Frankfurt/Main (dpa) - Die unerwartete Aufhellung des Geschäftsklimas in Deutschland hat dem Dax am Freitag Gewinne beschert. Der Leitindex stieg um 1,00 Prozent auf 6738 Punkte und steuert damit im Wochenvergleich auf ein Plus von etwa 2,3 Prozent zu.

Der MDax sank hingegen um minimale 0,02 Prozent auf 10 600 Punkte, der TecDax verlor 0,27 Prozent auf 774 Punkte. Hier belasteten erneut deutliche Verluste bei den Aktien des Windkraftturbinen-Herstellers Nordex.

Das ifo-Geschäftsklima stieg leicht von 109,8 Punkten im Vormonat auf 109,9 Zähler und verbuchte damit das sechste Plus in Folge. Von dpa-AFX befragte Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 109,4 Punkte gerechnet. Deutschland bleibt nach Einschätzung der Berenberg Bank zwar die Wachstumslokomotive der Eurozone. Robuste Stimmungsindikatoren wie der ifo-Index und die ZEW-Konjunkturerwartungen müssten sich aber noch in harten Daten widerspiegeln, schreibt Volkswirt Christian Schulz in einer Studie.

Auf Unternehmensseite geht die Hauptversammlungssaison in eine neue Runde: Am letzten Handelstag der Woche treffen sich die MAN-Anteilseigner in München. Börsianer diskutieren derzeit vor allem ein mögliches Ausscheiden des Konzerns aus dem Dax und den Zeitpunkt. Immerhin hält Volkswagen (VW) inzwischen rund 74 Prozent der Stammaktien an dem Lkw-Spezialisten.

Analyst Klaus Stabel von der ICF Kursmakler AG sagte: «Wegen der Aufstockung der Anteile von VW an MAN sind die Tage des Lastwagenbauers im Dax wohl gezählt.» Der Streubesitz sei bereits stark gesunken. Die MAN-Titel sanken zuletzt um 0,73 Prozent auf 101,55 Euro. Das Unternehmen hatte im ersten Quartal wegen des starken Wettbewerbsdrucks weniger verdient, wie MAN auf der Hauptversammlung überraschend bekannt gab.

In Darmstadt legt der Vorstand der Merck KGaA seinen Anteilseignern gegenüber Rechenschaft ab für das abgelaufene Geschäftsjahr. Vorstandschef Karl-Ludwig Kley versprach wegweisende Effizienzsteigerungen. Dies bescherte den Merck-Titeln ein Plus von 1,71 Prozent auf 85,12 Euro.

Im TecDax waren erneut die Aktien von Nordex mit einem Abschlag von mehr als acht Prozent größter Verlierer. Sie litten damit weiter unter dem Platzen eines geplanten Gemeinschaftsunternehmens für die Stromerzeugung auf hoher See.