Manama (Bahrain) (SID) - Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat wegen der ausführlichen Berichterstattung über die skandalösen Begleitumstände des Großen Preises im von Unruhen erschütterten Bahrain die Medien attackiert und sich dabei im Ton vergriffen. "Ihr Jungs liebt es. Was wir wirklich brauchen, ist ein Erdbeben oder etwas in dieser Art, damit ihr dann darüber schreiben könnt", sagte Ecclestone in Bahrain zu Journalisten: "Ihr Jungs wollt eine Story - und es ist eine gute Story. Wenn es keine Story gibt, dann macht ihr halt eine, wie üblich. Also alles wie immer."

Zuvor hatte der 81 Jahre alte Brite schon das Force-India-Team kritisiert, das wegen der Unruhen in dem Golfstaat auf das zweite freie Training verzichtet hatte, um alle Teammitglieder vor Anbruch der Dunkelheit ins Hotel bringen zu können. "Man hat ihnen gesagt, dass sie eine Security bekommen könnten", sagte Ecclestone, der dem Team angeblich angeboten hat, persönlich mit Teammitgliedern im Auto mitzufahren. Vier Mechaniker waren am Mittwoch Zeuge eines Bombenanschlages geworden.

"Ich weiß nicht, ob sie aus irgendeinem Grund ein Ziel waren. Ich hoffe nicht, denn kein anderes Team scheint ein Problem zu haben", meinte Ecclestone, der dabei aber in ähnliches Erlebnis von zwölf Sauber-Mechanikern geflissentlich ignorierte. Sollte es doch ein gezielter Angriff auf Force India gewesen sein, "hat das vielleicht gar nichts damit zu tun, dass wir in diesem Land sind", mutmaßte der Brite: "Vielleicht ist es etwas ganz anderes."

Eine Absage des Rennens liege nicht in seiner Hand, sagte "Big Bernie": "Ich kann es nicht absagen. Das hier hat nichts mit uns zu tun, nichts mit dem Rennen."