Freising (dpa) - Milch wird für die Verbraucher voraussichtlich billiger. In der laufenden Verhandlungsrunde zwischen den einzelnen Handelskonzernen und Molkereien wurden nach Informationen des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter erste Abschlüsse mit Preisnachlässen erzielt.

«Es hat erste Abschlüsse gegeben. Die Preise sind um 4 bis 4,5 Cent je Liter Trinkmilch reduziert», sagte Sprecher Hans Foldenauer der Nachrichtenagentur dpa. Diese Preisentwicklung gehe für die Erzeuger in die falsche Richtung. «Wir haben kontinuierliche Steigerungen der Energie- und der Futtermittelkosten», betonte er.

Die Verträge über Trinkmilch zwischen den Handelskonzernen und Molkereien gelten in der Regel für ein halbes Jahr. Erfahrungsgemäß orientieren sich die großen Lebensmittelhändler in ihrer untersten Preislage am Discounter Aldi. Von Aldi Nord und Aldi Süd war am Freitag zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

«Preisnachlässe der Molkereien von 4 bis 4,5 Cent je Liter auf Trinkmilch und H-Milch sind ein echter Dammbruch für die Milchbäuerinnen und -bauern», hatte zuvor der agrarpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, Friedrich Ostendorff, in Berlin erklärt. Bei dieser Preisentwicklung gerieten gerade die bäuerlichen Milchviehbetriebe unter wirtschaftlichen Druck, die ihre Kühe artgerecht hielten und fütterten und ihre Flächen umwelt- und klimaschonend nutzten. «Die Verbraucherinnen und Verbraucher wollen keine Dumpingmilch», unterstrich Ostendorff.

«top agrar online» berichtete am Freitag von einem «Preisdebakel bei der Trinkmilch». Bei den Preisverhandlungen mit Aldi hätten einige Molkereien bei Trinkmilch und H-Milch Preisnachlässe von 4,0 bis 4,5 Cent akzeptiert. Das habe man aus der Branche erfahren.

Im harten Wettbewerb nutzen Handelskonzerne günstigere Einkaufspreise als einen Spielraum für Preissenkungen.