Gericht: YouTube muss Musiktitel löschen

Hamburg (dpa) - Das Internet-Portal YouTube darf keine Videos zu Musiktiteln mehr bereitstellen, an denen die Verwertungsgesellschaft Gema Urheberrechte geltend gemacht hat. Dies entschied das Landgericht Hamburg am Freitag in erster Instanz. Dem Urteil wurde grundlegende Bedeutung für das Urheberrecht im Internet beigemessen. Es ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Google kündigte an, nun mit der Gema neu verhandeln zu wollen. Bei den zwölf von der Gema zur Entscheidung vorgelegten Titeln folgte das Gericht in sieben Fällen dem Antrag der Klägerin. In den fünf weiteren Fällen wurde der Antrag abgewiesen. Hier sei es «nicht ersichtlich, dass es nach dem Hinweis der Klägerin an die Beklagte auf die Rechtsverletzungen noch zu weiteren Uploads gekommen ist», ass also diese Videos von YouTube-Nutzern weiter auf der Plattform bereitgestellt worden seien.

Industrie sorgt für gute Stimmung in der deutschen Wirtschaft

München (dpa) - Die deutsche Industrie ist in glänzender Verfassung und bringt die deutsche Wirtschaft insgesamt immer besser in Schwung. Trotz Euro-Krise und Ölpreis-Anstieg stieg der ifo-Geschäftsklimaindex im April überraschend zum sechsten Mal in Folge. Der Export nach Asien und Amerika läuft gut, und auch im Inland wird mehr investiert. Ifo-Konjunkturexperte Gernot Nerb sagte am Freitag in München: «Das ist keine Garantie, dass es ewig so weitergeht. Aber derzeit ist die deutsche Wirtschaft in Europa eine Konjunkturlokomotive.» Der ifo-Index ist seit November jeden Monat gestiegen und legte auch im April erneut leicht zu von 109,8 auf 109,9 Punkte.

Rösler will Benzinpreise unter Staatsaufsicht stellen

Berlin (dpa) - Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die Preispolitik der Mineralölkonzerne unter stärkere staatliche Kontrolle stellen. Tankstellen sollen einer neu zu schaffenden «Markttransparenzstelle» künftig jede Änderung der Kraftstoffpreise differenziert nach Produkt, Zeitpunkt und Produktmengen übermitteln, heißt es einem Gesetzentwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über den auch die «Süddeutsche Zeitung» berichtete. Die Branche sieht keinen Nutzen und spricht von einem Bürokratiemonster. Rösler betonte hingegen am Freitag: «Transparenz und Wettbewerb am Benzinmarkt müssen gestärkt werden.» Das sei ein entscheidendes Instrument für Preisstabilität.

Schäuble: Europa hat in Schuldenkrise geliefert - Andere gefordert

Washington (dpa) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Forderungen nach weiteren Hilfsmaßnahmen der Euro-Länder gegen die Schuldenkrise zurückgewiesen. Die westlichen Top-Industrieländer (G7) seien sich «ganz einig» gewesen, dass eine neue Debatte schädlich sei, sagte Schäuble am Freitag in Washington vor der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Insbesondere die USA hätten bestätigt, dass die Europäer geliefert hätten. «Dem hat im Kreise der G7 niemand widersprochen. Darauf lege ich großen Wert.» Niemand sollte durch neue Spekulationen das auslösen, was eigentlich bekämpft werden solle.

In Metall- und Elektroindustrie drohen massive Warnstreiks

Berlin (dpa) - In der deutschen Schlüsselbranche Metall- und Elektroindustrie drohen ab Ende April massive Warnstreiks. Tarifverhandlungen in den regionalen Bezirken wurden ergebnislos vertagt, zumeist auf Anfang Mai. Die Friedenspflicht im Westen endet am 28. April. Die IG Metall lehnt das Arbeitgeber-Angebot über 3 Prozent mehr Geld für rund 3,6 Millionen Beschäftigte als deutlich zu wenig ab. «Eine rasche Lösung des Tarifkonflikts ist auf Grundlage des mickrigen Angebots unvorstellbar. Es provoziert vielmehr Warnstreiks», sagte Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine am Freitag in Hannover.

Microsoft verdient an Firmenkunden - Mit Windows 7 im Aufwind

Redmond (dpa) - Das neue Windows 8 steht bereits in den Startlöchern, doch Windows 7 lässt bei Microsoft derzeit die Kassen klingeln. Die Firmenkunden haben ihre Zurückhaltung aufgegeben und bestücken ihre Unternehmen mit neuer Software. Das sorgte bei Microsoft im dritten Geschäftsquartal von Januar bis März für gute Geschäfte. Auch die Bürosoftware Office und die Server-Programme verkauften sich besser als im Vorjahreszeitraum, wohingegen die Spielekonsole Xbox 360 regelrecht abstürzte. Geld verliert Microsoft auch im Online-Sektor. Insgesamt stieg der Umsatz um 6 Prozent auf 17,4 Milliarden Dollar (13,2 Mrd Euro), wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Der Gewinn sank jedoch unter anderem wegen gestiegener Entwicklungskosten und höherer Steueraufwendungen um 2 Prozent auf unterm Strich 5,1 Milliarden Dollar.

MAN startet in schwieriges Jahr - VW übernimmt die Macht

München (dpa) - MAN erwartet ein schwieriges Jahr. Auch wenn der Lastwagenbauer langfristig mit einem soliden Wachstum rechnet, 2012 dürfte es nur wenig Grund zur Freude geben. Im ersten Quartal sank das operatives Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal um etwa 20 Prozent auf 253 Millionen Euro. Dies sei «unbefriedigend», sagte Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen auf der Hauptversammlung der neuen VW-Tochter am Freitag in München. Es ist das erste Aktionärstreffen nach der Mehrheitsübernahme durch den Wolfsburger Autoriesen, der die Münchner mit der schwedischen Tochter Scania enger zusammenbinden will.

Merck-Chef Kley: Kosten müssen «signifikant» sinken

Frankfurt/Main (dpa) - Merck-Chef Karl-Ludwig Kley hat seine Aktionäre auf eine Durststrecke eingestimmt. In den kommenden Jahren Seien Kostensenkungen, Personalabbau und eine Verschlankung der Organisation vorrangig. Übernahmen und Wachstum stünden zunächst nicht im Fokus, sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Merck KGaA am Freitag auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Mit dem Programm «Fit für 2018» soll der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern für die Zukunft gerüstet werden. «Wir werden Merck effizienter und profitabler machen», versprach Kley. Das Dax-Unternehmen werde die Kosten auf breiter Front senken, um Mittel für Investitionen freizusetzen: «Wenn wir Merck ... deutlich nach vorn bringen wollen - und das wollen wir - dann muss die Senkung unserer Kosten signifikant sein.»

Dax legt zu - Guter ifo-Index beflügelt

Frankfurt/Main (dpa) - Die unerwartete Aufhellung des Geschäftsklimas in Deutschland hat dem Dax am Freitag Gewinne beschert. Der Leitindex stieg zuletzt um 0,89 Prozent auf 6730 Punkte und steuert damit im Wochenvergleich auf ein Plus von etwa 2,2 Prozent zu. Der MDax rückte um minimale 0,01 Prozent vor auf 10 603 Punkte. Für den TecDax aber ging es um 0,31 Prozent auf 773 Punkte nach unten. Hier belasteten erneut deutliche Verluste bei den Aktien des Windkraftturbinen-Herstellers Nordex. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3192 (1,3086) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7580 (0,7642) Euro.