Berlin (dpa) - Vor dem am Samstag beginnenden Bundesparteitag hat FDP-Chef Philipp Rösler seine Partei zu Geschlossenheit aufgerufen. «Wir sind immer dann erfolgreich, wenn wir geschlossen auftreten», sagte Rösler.

In Karlsruhe kommen die Spitzengremien der Liberalen zur Vorbereitung des Bundesparteitags zusammen. Unter Leitung von Rösler treffen sich Präsidium und Bundesvorstand.

Er habe die Liberalen als Partei der Mitte neu ausgerichtet, sagte Rösler der «Bild»-Zeitung. «Wir vertreten die Interessen der arbeitenden Mitte in unserer Gesellschaft. Wir stehen für Wohlstand durch Wachstum, bessere Bildung und mehr Bürgerfreiheit.» Die FDP wisse um ihre Verantwortung «als einzig verbleibende Partei der Mitte, während alle anderen nach links marschieren.» Der Parteitag werde entsprechende Signale senden.

Zuversichtlich äußerte sich Rösler zum Bestand der schwarz-gelben Koalition. «Inhaltliche Auseinandersetzungen sind normal, wenn um beste Lösungen hart gerungen wird», sagte der FDP-Chef. Die Koalition werde alle wichtigen Streitpunkte klären - «mal schneller, mal mühsamer». Wichtig sei der gemeinsame Erfolg. Spekulationen um Ampelkoalitionen mit SPD und Grünen wies Rösler zurück. «Für uns stehen keine Farbenspiele im Vordergrund, sondern Inhalte.»

Der frühere Bundesaußenminister Klaus Kinkel erwartet in Karlsruhe einen Ruck für die Liberalen. «Man darf jetzt nicht aus den schlechten Umfragen und Stimmungen heraus den Niedergang der FDP beschwören. Wir werden wieder aufstehen», sagte Kinkel dem «Badischen Tagblatt» (Freitag). Man müsse den «Menschen draußen sagen: Gebt der FDP eine Chance. Wir glauben, dass sie sie verdient hat.» Rösler brauche jede Unterstützung, «die werden wir ihm auch geben», betonte Kinkel. «Er ist unser Parteivorsitzender und er hat es verdammt schwer.»

Beim 63. ordentlichen Bundesparteitag an diesem Samstag und Sonntag verabschiedet die FDP ein neues Grundsatzprogramm. Erwartet werden dazu mehr als 660 Delegierte. Der Parteitag findet nur wenige Wochen vor den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen statt. In beiden Ländern muss die FDP um ihren Wiedereinzug in die Landesparlamente fürchten.