's-Hertogenbosch (dpa) - Der deutsche Reitsport ist geschockt: Dressur-Bundestrainer Holger Schmezer ist am Donnerstag überraschend gestorben. Der 65-Jährige aus Verden wurde nach Angaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in einem Hotel in 's-Hertogenbosch tot aufgefunden.

Die Todesursache ist FN-Angaben zufolge noch nicht bekannt. Schmezer hatte vor einigen Jahren Krebs, galt aber als geheilt. Er hinterlässt seine Ehefrau und eine sechsjährige Tochter. Schmezer war mit den drei deutschen Teilnehmerinnen zum Weltcup-Finale in die Niederlande gereist. Isabell Werth (Rheinberg), Helen Langehanenberg (Havixbeck) und Nadine Capellmann (Würselen) wollten trotz des Todes am (heutigen) Freitag im Grand Prix reiten. «Das wäre in seinem Sinne gewesen, er hätte das so gewollt», sagte Werth.

Schmezer hatte die Dressur-Nationalmannschaft nach vier Jahren als Nachwuchscoach im Jahr 2001 von Vorgänger Klaus Balkenhol übernommen. In seiner Amtszeit gewann das deutsche Team unter anderem zwei olympische Mannschafts-Goldmedaillen und vier Titel bei Weltmeisterschaften. Nach den Olympischen Spielen in London wollte Schmezer aufhören.

«Das ist einfach schrecklich», sagte Nadine Capellman (Würselen), die bei Schmezers erster Weltmeisterschaft 2002 in Jerez de la Frontera Doppel-Gold gewonnen hatte. «Wir können es nicht fassen, dass Holger Schmezer nicht mehr unter uns ist», sagte der Verbands-Präsident Breido Graf zu Rantzau am Rande des Turniers: «Wir sind unendlich traurig. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.»

Der Präsident rang um Fassung. Erst am Sonntag war der langjährige FN-Präsident Dieter Graf von Landsberg-Velen im Alter von 86 Jahren gestorben. Während Landsberg-Velen bereits einige Zeit krank war und im Krankenhaus starb, traf Schmezers Tod den FN-Chef völlig unvorbereitet. «Der Dressursport verliert einen seiner engagiertesten Trainer und einen gradlinigen Menschen, der stets klare Worte fand und immer nur das Beste für die Dressur wollte», sagte Rantzau.

FN-Mitteilung