Oslo (dpa) - Für seine grausamen Attentate im vergangenen Sommer hat sich der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik nach eigenen Aussagen von der Terrororganisation Al-Kaida inspirieren lassen. «Ich habe viel von Al-Kaida gelernt», sagte Breivik vor Gericht.

Die Organisation sei so erfolgreich, weil sie «Märtyrer» (Selbstmordattentäter) einsetze. Das Problem mit militanten Islamisten sei aber, dass sie zu sehr auf Sprengstoff und nicht auf Amokläufe mit Schusswaffen setzten. Dennoch habe er die Organisation mehrere hundert Stunden lang im Internet und über Filme studiert und eine Art «Al-Kaida für Christen» schaffen wollen.

Für sein Kompendium habe er auch andere Terrororganisationen verglichen. «Die Schwäche der (baskischen Untergrundorganisation) ETA ist, dass sie den Tod fürchten und nicht an das Leben nach dem Tod glauben. Das ist die Schwäche von Marxisten-Bewegungen. Der Vorteil von Al-Kaida ist, dass sie Märtyrertum glorifizieren», sagte der Massenmörder.

Um seine Attentate durchzustehen, habe er sich emotional total abgekapselt, behauptete der 33-Jährige. «Man muss gefühlsmäßig abgestumpft sein, das muss man trainieren.» Bis 2006 sei er ein normaler Mensch gewesen. Danach habe er sich über mehrere Jahre «entmenschlicht». Auch seine technische Sprache während der Verhöre sei ein Werkzeug. «Man kann niemanden töten, wenn man mental nicht vorbereitet ist», sagte Breivik. Er sei aber kein Narziss, der vor allem sich selbst liebe. «Ich fühle eine große Liebe für dieses Land. Das ist nicht normal, aber so bin ich.»

Gerichtsinformationen zum Breivik-Fall, auf norwegisch