Frankfurt/Main (dpa) - Belastet von überraschend schwachen Wirtschaftsdaten und dem Ausgang der Wahl in Frankreich sind die deutschen Aktien am Montag tief ins Minus gerutscht.

Nach einer schwachen Eröffnung sackte der Dax zeitweise um mehr als drei Prozent ab und verlor zuletzt 2,86 Prozent auf 6557 Punkte. Der MDax fiel um 3,15 Prozent auf 10 314 Punkte. Der TecDax sank um 2,07 Prozent auf 759 Punkte.

Händler verwiesen auf enttäuschende Wirtschaftsdaten aus Deutschland, Frankreich und China. Zudem dominierten Befürchtungen, dass Bundeskanzlerin Merkel mit Nicolas Sarkozy ihren wichtigsten Mitstreiter in der europäischen Schuldenkrise verlieren könnte. In der kommenden Stichwahl um das Präsidenten-Amt in Frankreich scheint Herausforderer François Hollande bessere Karten zu haben als Amtsinhaber Sarkozy.

Die Aktien der deutschen Autobauer gaben überdurchschnittlich nach. Als Belastung sahen Börsianer vorsichtige Aussagen der Hersteller auf der Automesse in Peking. Für Daimler ging es um 3,00 Prozent bergab, BMW verloren 3,42 Prozent und die VW-Vorzugsaktien büßten 2,83 Prozent ein. Auch Bank-Papiere sahen schlecht aus. So fielen Commerzbank um 4,71 Prozent und Deutsche Bank um 3,92 Prozent.

Die Aktien von HeidelbergCement fielen um 5,64 Prozent ans Dax-Ende. Adidas verbilligten sich um 3,69 Prozent. Von Händlern hieß es, negative Aussagen eines asiatischen Konkurrenten belasteten die Stimmung für die Titel des deutschen Sportartikelproduzenten.

Im MDax gehörten Gea Group mit minus 5,33 Prozent zu den schwächsten Werten. Rhön-Klinikum legten mit plus 1,62 Prozent als einziger Wert im MDax zu. Händler verwiesen vor allem auf technische Gründe, die das Papier antrieben. Hinzu kamen noch einige neutrale bis positive Analystenstimmen.

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,36 Prozent (Freitag: 1,38 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,37 Prozent auf 132,76 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,34 Prozent auf 141,08 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3131 (Freitag: 1,3192) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7616 (0,7580) Euro.