Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag deutliche Verluste verzeichnet. Nach einer schwachen Eröffnung sackte der Dax weiter ab und verlor gegen Mittag 2,73 Prozent auf 6566 Punkte.

Der deutsche Leitindex war in der Vorwoche noch um rund zweieinhalb Prozent gestiegen. Der MDax fiel um 2,78 Prozent auf 10 354 Zähler. Der TecDax sank um 1,87 Prozent auf 760 Punkte.

Händlern zufolge haben überraschend schwache Wirtschaftsdaten aus Frankreich und Deutschland die Märkte noch einmal kräftig unter Druck gebracht. Auch die Anleihenmärkte würden weiter mit Argusaugen betrachtet.

Nicht nur die Renditen in Spanien und Italien zögen wieder an, sondern auch die Staatspapiere aus Frankreich. Einen kräftigen Renditeanstieg mussten auch niederländische Papiere hinnehmen. Im Nachbarland steht die Regierung wegen der gescheiterten Budgetverhandlungen vor dem Aus. Hinzu kommt eine ganze Reihe weiterer schlechter Nachrichten: schwache chinesische Wirtschaftsdaten, der Ausgang der Wahlen in Frankreich, sowie negative Vorgaben der Übersee-Börsen.

Die Aktien der deutschen Autobauer gaben überdurchschnittlich nach. Als Belastung sahen Börsianer vorsichtige Aussagen der Hersteller auf der Automesse in Peking. Nach der jüngsten Abschwächung soll der größte Automarkt der Welt in China langfristig zwar wieder anziehen, und Experten rechnen in diesem Jahr mit rund fünf bis zehn Prozent Wachstum.

Trotzdem warnen sie vor Überkapazitäten. Für Daimler ging es um 3,40 Prozent bergab, BMW verloren 3,84 Prozent und die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) büßten 2,83 Prozent ein. Auch Bank-Papiere sahen schlecht aus. So fielen Commerzbank am Dax-Ende um 6,17 Prozent und Deutsche Bank um 4,19 Prozent.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, muss die Deutsche Bank wegen ihrer Beteiligung am hoch verschuldeten Generikahersteller Actavis im ersten Quartal Abschreibungen von 400 Millionen Euro vornehmen.

Die Aktien von HeidelbergCement sackten um 5,74 Prozent ab. Als Belastung für die Titel des konjunkturabhängigen Baustoffherstellers sahen Händler die enttäuschenden Einkaufsmanager-Indizes aus Deutschland und Europa, die zum Teil im deutlichen Widerspruch zu den jüngst guten ZEW- und ifo-Daten stünden. Adidas verbilligten sich um 3,67 Prozent. Von Händlern hieß es, negative Aussagen eines asiatischen Konkurrenten belasteten die Stimmung für die Titel des deutschen Sportartikelproduzenten.