Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt ist mit schwacher Tendenz in die neue Woche gestartet. Im frühen Handel fiel der deutsche Leitindex um 1,57 Prozent auf 6644 Punkte. Das Börsenbarometer war in der Vorwoche um rund zweieinhalb Prozent gestiegen.

Für den MDax ging es um 1,45 Prozent auf 10 495 Punkte nach unten. Der TecDax verlor 0,95 Prozent auf 768 Punkte. Händlern zufolge belasteten eine Reihe schlechter Nachrichten: schwache chinesische Wirtschaftsdaten, der Ausgang der Wahlen in Frankreich, die abgebrochenen Budgetverhandlungen und damit nötige Neuwahlen in den Niederlanden sowie negative Vorgaben der Übersee-Börsen. Und auch die Preisentwicklung bei Gold und Silber zeigte nach unten. «Diesem Trend können wir uns in Deutschland leider nicht entziehen», sagte ein Händler.

Unter den Einzelwerten standen zunächst Papiere der Deutschen Bank im Fokus. Sie verloren nach einem Medienbericht im frühen Geschäft mehr als zwei Prozent. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, muss die Bank wegen ihrer Beteiligung am hoch verschuldeten Generikahersteller Actavis 400 Millionen Euro abschreiben. «Die Geschichte ist nicht neu und es handelt sich auch nur um eine Einmalbelastung, allerdings könnte die Nachricht so kurz vor den Quartalszahlen etwas belasten», kommentierte ein Händler.

Siemens-Aktien verzeichneten im Vergleich zum Dax einen unterdurchschnittlichen Verlust von 0,91 Prozent. Am Morgen hatte der Wettbewerber Philips positive Geschäftszahlen veröffentlicht. Ein Börsianer sagte aber: «Die Nervosität vor den am Mittwoch erwarteten Zahlen von Siemens ist groß und das hat die Aktien zuletzt unter Druck gesetzt.» Das Management des Industrieunternehmens dürfte nach Erwartung vieler Börsianer mit den Zahlen seinen Gesamtjahresausblick senken.