München (dpa) - Industriespionage via Internet ist für viele deutsche Firmen einer Studie zufolge zunehmend ein teures Problem. Mehr als die Hälfte der Unternehmen habe bereits Erfahrungen mit Hacker-Angriffen oder Geheimnisverrat gemacht.

Dies geht aus einer Umfrage der Münchner Sicherheitsberatung Corporate Trust unter deutschlandweit fast 600 Firmen hervor, die das Unternehmen am Montag veröffentlichte. Den Schaden schätzen die Autoren der Untersuchung auf rund 4,2 Milliarden Euro pro Jahr. Über die Ergebnisse hatte vorab auch die «Süddeutsche Zeitung» (Montag) berichtet. Vor allem der Mittelstand leide unter den kriminellen Machenschaften.

Eine vergleichbare Studie hatte es zuletzt 2007 gegeben. «Es ist erschreckend festzustellen, wie die Industriespionage in den vergangenen Jahren explodiert ist», teilte Corporate Trust-Chef Christian Schaaf mit. Vor allem im Netz sei die Spionage inzwischen professionell organisiert. Den größten Anteil an der Spionage habe allerdings mit einem Anteil von 47,8 Prozent der Verrat durch eigene Mitarbeiter. In 46,8 Prozent der Fälle würden Daten von Firmenfremden gestohlen. Die Umfrage wurde zusammen mit dem TÜV Süd und der Münchner Internet-Sicherheitsfirma Brainloop erstellt.

Studie Industriespionage 2012 (pdf)

Pressemitteilung

Bericht «Süddeutsche Zeitung»