Tokio (dpa) - Birmas Präsident Thein Sein will im Streit um den den Amtseid für Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi als Parlamentsabgeordnete nicht nachgeben. Er habe nicht vor, den Amtseid für gewählte Volksvertreter abzuändern, sagte Thein Sein heute während eines Besuches in Tokio.

Suu Kyi müsse selbst entscheiden, ob sie dem Parlament angehören wolle oder nicht, sagte der Reformpräsident laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo im Gespräch mit einer Gruppe von Journalisten. Thein Sein fügte jedoch demnach hinzu, dass er Suu Kyi gerne als Abgeordnete des Parlaments sehen würde, um mit ihr zum Wohle des Volkes zusammenzuarbeiten.

Die bei den Nachwahlen am 1. April siegreichen Kandidaten von Suu Kyis Partei Nationalliga für Demokratie (NLD) wollen keinen Eid auf die von ihnen kritisierte Verfassung ablegen. Die NLD kritisiert unter anderem, dass die Verfassung ein Viertel aller Parlamentssitze dem Militär vorbehält. Sie hatte im Wahlkampf versprochen, sich für eine Verfassungsänderung einzusetzen. Aus diesem Grund wollen Suu Kyi und die anderen 26 Abgeordneten, die Sitze im Unterhaus gewannen, nicht den Amtseid leisten, der unter anderem den Schutz der Verfassung vorsieht. Präsident Thein Sein erklärte derweil in Tokio, dass er «niemals eine Kehrtwende» im Demokratisierungsprozess machen werde.