Den Haag/Brüssel (dpa) - Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat am Montag Königin Beatrix über das Scheitern seiner Minderheitsregierung in Kenntnis gesetzt.

Nach der Beratung wird eine Mitteilung darüber erwartet, ob das Staatsoberhaupt einen Rücktritt der Regierung aus Rechtsliberalen und Christdemokraten akzeptiert oder anderweitige Aufträge zur Überwindung der Regierungskrise erteilt.

Bei einem Rücktritt würde das Kabinett als Übergangsregierung im Amt bleiben. Neuwahlen müssten in etwa 80 Tagen stattfinden. Zuvor hatte Rutte eine Krisensitzung seines Kabinetts geleitet, bei der der Entschluss erörtert worden war, den Rücktritt einzureichen. Die Regierung hat im Parlament keine Mehrheit mehr, da sie wegen des Streits über Haushaltskürzungen im Zuge der Eurokrise nicht mehr von der rechtspopulistischen Partei für Freiheit von Geert Wilders unterstützt wird.

Am Wochenende waren die seit März andauernden Verhandlungen der Rutte-Regierung mit ihrem politischen Duldungspartner gescheitert. Ohne die Stimme der PVV kann das Kabinett den Haushalt aber nicht durch das Parlament bringen und auch keine anderen wichtigen Gesetze bestätigen lassen.