Den Haag (dpa) - Das UN-Sondertribunal zu Sierra Leone hat damit begonnen, das Urteil gegen den liberianischen Ex-Diktator Charles Taylor zu verlesen. Taylor ist in elf Punkten angeklagt, darunter Mord, Rekrutierung von Kindersoldaten und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Vorerst geht es um die Schuldfrage und noch nicht um ein mögliches Strafmaß. Taylor war 2006 festgenommen worden. Er soll in Sierra Leone die brutale Rebellengruppe «Revolutionäre Vereinigte Front» (RUF) im Gegenzug für so genannte «Blutdiamanten» mit Waffen ausgerüstet haben. Das Verfahren wurde im Juni 2007 eröffnet.

Wird der 64-Jährige schuldig gesprochen, wäre er das erste ehemalige afrikanische Staatsoberhaupt, das von einem internationalen Gericht zur Verantwortung gezogen wird.

UN-Tribunal zu Sierra Leone