Berlin (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck wird nicht an einem Treffen mit anderen Staatschefs in der Ukraine teilnehmen. Das bestätigte Gauck-Sprecher Andreas Schulze in Berlin.

Der ukrainische Botschafter sei informiert worden, dass Gauck nicht zum geplanten Treffen zentraleuropäischer Präsidenten in Jalta auf der Krim reisen wird. Schulze bestätigte damit einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung».

Ob Gauck anlässlich der Fußball-Europameisterschaft in die Ukraine fährt, sei aber noch nicht entschieden, sagte der Sprecher weiter. Der Entschluss, nicht nach Jalta zu reisen, sei «in engem Benehmen» mit der Bundesregierung gefallen.

Hintergrund ist der Umgang mit der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko. Im Präsidialamt wird darauf hingewiesen, dass es sich nicht um eine Absage handelt, sei doch die Teilnahme an dem Treffen nie zugesagt gewesen.

Üblicherweise werden Absprachen über Reisen des Bundespräsidenten mit dem Auswärtigen Amt getroffen. Ob es einen direkten Kontakt zwischen Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel in dieser Frage gegeben hat, ist nicht bekannt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte zu einer möglichen Abstimmung zwischen Gauck und Merkel, Gespräche zwischen den beiden Verfassungsorganen blieben immer vertraulich.