Gießen (dpa) - Nach dem grausigen Fund von drei Babyleichen im hessischen Langgöns versuchen die Ermittler weiter, den Todesursachen auf die Spur zu kommen.

Die Obduktionsergebnisse würden genau analysiert, erläuterte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Gießen, Ute Sehlbach-Schellenberg. Die Ermittler befragten zudem weitere Zeugen und werteten Spuren am möglichen Tatort aus.

Die Säuglinge, die schon lange tot sind, lagen in Camping-Kühlboxen. Sie waren bei der Auflösung der Wohnung ihrer Mutter entdeckt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die 40-Jährige wegen des Anfangsverdachts eines dreifachen, vorsätzlichen Tötungsdeliktes.

Langgöns' Bürgermeister Horst Röhrig (SPD) zeigte sich bestürzt. Die Menschen im Ort seien ziemlich schockiert. «Sonst hört man davon nur in den Nachrichten, plötzlich ist es vor der Haustür.»

Aufgrund des Zustandes der Leichen «haben wir größte Schwierigkeiten, etwas herauszufinden», hatte die Staatsanwältin betont. Es sei auch nicht auszuschließen, dass die Kinder tot zur Welt kamen. Es gehe unter Umständen um einen Fall, bei dem keine strafbare Handlung nachgewiesen werden könne. Die Ermittlungsbehörde schloss aus, dass es sich um Drillinge handelte.