Laut DGB demonstrierten fast 420 000 Menschen für «Gute Arbeit»

Berlin (dpa) - Zu den Kundgebungen der Gewerkschaften zum Tag der Arbeit sind nach DGB-Angaben bundesweit etwa 420 000 Menschen auf die Straße gegangen. Die mehr als 400 Veranstaltungen standen unter dem Motto «Gute Arbeit in Europa - Gerechte Löhne, Soziale Sicherheit». Für DGB-Chef Michael Sommer spiegelt sich in den Teilnehmerzahlen die Unzufriedenheit über die Krisenpolitik der Bundesregierung und den Sparkurs in Europa wider. Er wertete die Beteiligung als Aufforderung an Schwarz-Gelb, einen Mindestlohn von 8,50 Euro einzuführen.

Hoffnung auf friedliche Demos zum 1. Mai

Berlin (dpa) - Eine vergleichsweise ruhige Walpurgisnacht mit deutlich weniger Verletzten als 2011 weckt in Berlin und Hamburg Hoffnungen auf friedliche Demonstrationen zum 1. Mai. Die Polizei rüstet sich für die traditionellen Aktionen linker Gruppen: In der Hauptstadt sollten rund 7000 Beamte die Veranstaltungen sichern und Ausschreitungen verhindern. In Hamburg bereiten sich mehrere Hundertschaften auf den Einsatz vor. In Berlin wollen am Abend bis zu 15 000 Teilnehmer bis ins Regierungsviertel ziehen.

Clinton kritisiert Umgang mit Timoschenko in der Ukraine

Washington (dpa) - US-Außenministerin Hillary Clinton hat sich tief besorgt über die Haftbedingungen der erkrankte früheren ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko geäußert. Die ukrainische Führung müsse sicherstellen, dass Timoschenko sofort medizinische Hilfe in einem geeigneten Rahmen erhält und der US-Botschafter sie besuchen darf, sagte Clinton. Das US-Außenministerium erneuerte seine Forderung nach Freilassung der früheren Ministerpräsidentin und anderer inhaftierter Minister.

Salafisten greifen bei Pro-NRW-Aktion Polizei an

Solingen (dpa) - Am Rande einer islamfeindlichen Aktion der rechtsextremen Splitterpartei Pro NRW in Solingen haben radikale Islamisten die Polizei angegriffen. Nach Polizeiangaben wurden drei Beamte verletzt. Rund 30 Angehörige der Salafisten seien festgenommen worden. Sie hatten plötzlich eine Polizeiabsperrung durchbrochen. Vorausgegangen war eine Aktion der Rechtsextremisten, die in Solingen antiislamische Karikaturen zeigten. Sowohl die Salafisten als auch Pro NRW werden vom Landesverfassungsschutz beobachtet.

Innenminister und Tausende demonstrieren in Hof gegen Neonazis

Hof (dpa) - Gemeinsam mit rund 4000 Menschen hat Innenminister Hans-Peter Friedrich in Hof gegen einen Aufmarsch von rund 400 Neonazis demonstriert. Bei der Kundgebung unter dem Motto «Hof ist bunt und nicht braun». Friedrich, der den Wahlkreis Hof im Bundestag vertritt, dankte den Bürgern, dass sie ein Zeichen setzten und nicht zu Hause blieben. Zuvor hatte der Innenminister mit bayerischen Landespolitikern, Kirchenvertretern und Gewerkschaftern den Demonstrationszug angeführt.

Sarkozy beklagt vor Stichwahl am Sonntag zu viele Ausländer

Paris (dpa) - Zum Auftakt der Mai-Kundgebungen in Frankreich hat Präsident Nicolas Sarkozy über zu viele Ausländer in Frankreich geklagt. Dem Sender BFM sagte er, das französische Integrationsmodell funktioniere nicht. Der Grund sei, dass noch vor der Integration der bereits empfangenen Ausländer andere eintreffen. Sarkozy, der am Sonntag gegen Sozialist François Hollande in die Stichwahl geht, ist auf Wechselwähler angewiesen. Diese hatten im ersten Wahlgang der rechtsextremen Marine Le Pen knapp 18 Prozent der Stimmen beschert.