München (dpa) - Mit den bayerischen Farben auf der Brust hat Tennis-Altstar Tommy Haas beim Münchner ATP-Turnier für den ersten großen Jubel gesorgt.

In seinem Auftaktmatch dominierte der einstige Weltranglisten-Zweite seinen Landsmann Michael Berrer nach Belieben, schlug den Stuttgarter nach nur 51 Minuten mit 6:0, 6:2 und darf sich jetzt auf einen Hochkaräter freuen: Im Achtelfinale wartet der französische Topfavorit Jo-Wilfried Tsonga. Neben Haas schafften in Dustin Brown und Matthias Bachinger zwei weitere Deutsche den Einzug in die zweite Runde. Philipp Kohlschreiber war dank eines Freiloses direkt fürs Achtelfinale der mit 450 000 Euro dotierten Sandplatzveranstaltung gesetzt worden.

Nach fünfjähriger Abstinenz beim Münchner Sandplatzturnier spielte Haas - mit 34 Jahren ältester Akteur im Hauptfeld - seine ganze Routine aus. Schon den ersten Aufschlag nahm der frühere deutsche Vorzeigeprofi dem überrumpelten Berrer ab, sicherte sich den ersten Satz zu Null und demonstrierte auch danach seine Überlegenheit. 4500 Zuschauer auf dem Centre Court der Münchner Tennisanlage bejubelten ihr Idol mit «Tommy, Tommy»-Rufen. Die Unterstützung der Fans hatte der Wahl-Amerikaner von Anfang an sicher - ein wenig auch dank der Kleidung: Sein blau-weißes Karo-Shirt erinnerte stark ans bayerische Staatswappen.

Tsonga, Nummer fünf der Welt, freut sich auf Haas: «Das wird sicherlich ein ganz enges Match», bekannte der Franzose vor seinem Turnierdebüt. Der bullige Hartplatzspezialist hat auf Sand bisher nicht so überzeugen können und will in Form kommen. «In einigen Wochen sind die French Open, da brauche ich jetzt Spielpraxis. Ich muss mich auf jeden Fall noch verbessern», so der 1,88-Meter-Hüne.

Nicht ganz so viel Applaus wie Haas bekamen Dustin Brown und Matthias Bachinger bei ihren Erstrundensiegen. Qualifikant Brown aus Winsen an der Aller schlug Landsmann Daniel Brands (Deggendorf) mit 6:4, 6:3 und bekommt es im Achtelfinale mit dem an Nummer acht gesetzten Marcos Baghdatis aus Zypern zu tun. Der Dachauer Bachinger trifft nach seinem 7:6 (7:3), 6:2-Erfolg gegen den Kolumbianer Alejandro Falla gar auf Mitfavorit Marin Cilic - eine harte Probe.

Entmutigen lassen will sich der Bayer bei seinem Heimspiel aber keineswegs. Erst am Wochenende hatte er in Bukarest denkbar knapp sein erstes Finale auf der ATP-Tour verpasst. Jetzt blickt die Nummer 103 der Tennis-Welt optimistisch nach vorn. «Ich will bis zum Jahresende in die Top 70 kommen», sagte Bachinger. «Das Aus im Halbfinale hat natürlich ziemlich wehgetan. Aber mit ein paar Tagen Abstand kann ich sagen, dass ich ein tolles Turnier gespielt habe.»

Neben Brands und Berrer war auch für Tobias Kamke (Lübeck) und Cedrik-Marcel Stebe (Vaihingen an der Enz) schon in Runde eins Endstation. Kamke unterlag Publikumsliebling Baghdatis 1:6, 6:3, 3:6, Stebe verlor gegen den Ukrainer Sergej Stachowski 6:7 (3:7), 3:6.