Kiel (dpa) - Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat sich am Sonntag eine sehr niedrige Beteiligung abgezeichnet. Bis 14.00 Uhr gaben am Sonntag nur 37,7 Prozent der rund 2,2 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Landeswahlleitung am Nachmittag mitteilte.

Seit den 80er Jahren sei dies für die Zeit bis 14.00 Uhr der niedrigste Stand, sagte Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler der Nachrichtenagentur dpa. Neuere Zahlen zur Beteiligung wollte die Landeswahlleitung kurz vor Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr vorlegen.

Bei der bislang schlechtesten Resonanz bei einer Landtagswahl in Schleswig-Holstein (2005) waren 66,5 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen gegangen. Um 14.00 Uhr lag die Beteiligung damals aber bereits um 2,2 Prozentpunkte über den Werten dieses Sonntags. Bei der Wahl im September 2009 waren es um 14.00 Uhr 48,6 Prozent. Damals wurde aber zugleich der Bundestag gewählt.

Als erster Spitzenkandidat gab der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki in Strande bei Kiel seine Stimme ab. Ihm folgten auf Nordstrand der scheidende Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) und in Eckernförde der CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager. Auch die Spitzenkandidaten von Grünen, SSW, Linke und Piraten wählten: Robert Habeck in Flensburg, Anke Spoorendonk in Harrislee, Antje Jansen in Lübeck und Torge Schmidt in Büdelsdorf. De Jagers SPD-Rivale Torsten Albig hatte bereits per Briefwahl abgestimmt.

Nach Umfragen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden CDU und der oppositionellen SPD um den ersten Platz ab. Die Grünen dürften Umfragen zufolge drittstärkste Kraft werden. Die Liberalen könnten die lange Serie der FDP-Niederlagen stoppen und den Wiedereinzug ins Parlament schaffen. Eine Wiederauflage der schwarz-gelben Koalition in Kiel war aber unwahrscheinlich. Der Linken droht nach nur zweieinhalb Jahren im Parlament das Aus, während die Piratenpartei ihren Siegeszug durch die Landesparlamente fortsetzen dürfte.

Die SPD möchte ein Regierungsbündnis mit den Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) bilden. Die CDU will so viele Stimmen holen, dass eine Regierungsbildung ohne sie nicht möglich ist. Die Bürger in Schleswig-Holstein wurden vorzeitig an die Urnen gerufen, weil das Landesverfassungsgericht eine Neuwahl angeordnet hatte. CDU und FDP hatten durch Überhangmandate die Mehrheit an Sitzen bekommen, obwohl die versammelte Opposition 27 000 Zweitstimmen mehr hatte.

Bei der Landtagswahl 2009 erzielte die CDU 31,5 Prozent, die SPD 25,4, die FDP 14,9 und die Grünen 12,4 Prozent. Die Linke erhielt 6 und der SSW 4,3 Prozent.

Wahlprogramm SPD

Wahlprogramm CDU

Wahlprogramm Grüne

Wahlprogramm FDP

Wahlprogramm SSW

Wahlprogramm Linke

Wahlprogramm Piraten

Landeswahlleiterin

Wahlsonderdienst des Statistikamts Nord

Urteil des Landesverfassungsgericht Neuwahl