Belgrad (dpa) - Am Ende fällt der Wahlausgang in Serbien klarer aus als vorausgesagt. Die bisherigen Regierungsparteien gewinnen trotz schwerer Krise und die Opposition enttäuscht trotz aller Vorschusslorbeeren.

Die politischen Machtverhältnisse bleiben nahezu unverändert, berichteten die Fernsehsender nach ersten Auszählungen am Sonntagabend in Belgrad. Die Regierungsparteien errangen einen Sieg und werden auch in Zukunft weiterregieren können. Die neu geschaffene Fortschrittspartei (SNS) des vom Nationalisten zum Europäer gewendeten Tomislav Nikolic musste sich mit dem zweiten Platz hinter den Demokraten (DS) des langjährigen Staatspräsidenten Boris Tadic zufriedengeben.

Auch bei der Präsidentenwahl liegt Tadic vorn. Allerdings muss er in zwei Wochen gegen Nikolic in eine Stichwahl gehen. Tadic errang nach Darstellung der Forschungsgruppe CeSID 27 Prozent. Auf dem zweiten Platz landete Nikolic mit knapp 26 Prozent.

Die bisherige Regierungspartei DS erhielt nach ersten Auszählungen knapp 25 Prozent, berichtete der Belgrader Fernsehsender B92. Ihr bisheriger Koalitionspartner, die Sozialisten (SPS) des langjährigen serbischen Autokraten Slobodan Milosevic, konnte demnach ihren Stimmenanteil auf 15 Prozent verdoppeln. Gemeinsam mit anderen kleineren Parteien können diese beiden Partner wieder die Regierung bilden.

Die stärker erwartete SNS musste sich mit knapp 24 Prozent mit dem zweiten Platz begnügen. Da die SNS jedoch über keine größeren Koalitionspartner verfügen kann, dürfte sie keine eigene Regierungsmehrheit zustande bringen.

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