Athen (dpa) - Der scheidende griechische Ministerpräsident Lucas Papademos ist zuversichtlich, dass das vom Staatsbankrott bedrohte Land in der kommenden Woche eine neue Regierung haben wird. «Ich glaube ja», antwortete des Finanzexperte am Sonntag im griechischen Fernsehen.

«Heute wird der Kurs des Landes für die nächsten Jahre definiert», fügte Papademos nach der Stimmabgabe hinzu. Die Griechen wählen an diesem Sonntag ein neues Parlament.

Nach Angaben von Innenminister Tassos Giannitsis verlief die Wahl zunächst ohne nennenswerte Probleme. «Wir hoffen, dass es so bleibt», sagte er im Fernsehen. Um die 300 Sitze im Parlament kämpfen insgesamt 32 Parteien. Wahlberechtigt sind rund 9,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger.

Zentrales Thema dieser als Schicksalswahl bezeichneten Abstimmung ist das umstrittene Sparprogramm, das für Millionen von Griechen erhebliche Einschnitte bedeutet. Konservative und Sozialisten setzen sich für die Fortsetzung des Spar- und Stabilisierungskurses ein. «Die Griechen wählen heute für die Zukunft ihrer Kinder. Sie stimmen für Stabilität, für Wachstum, Sicherheit und Gerechtigkeit», sagte der Chef der konservativen Partei Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, nach der Stimmabgabe im Fernsehen. «Es sind die kritischsten Wahlen seit 1974 (Wiederherstellung der Demokratie in Griechenland)», sagte der Chef der Sozialisten, Evangelos Venizelos. Die Bürger sollten mit Vernunft und nicht unter dem Druck der Wut ihre Stimme abgeben, meine Venizelos weiter.

Linke Traditionsparteien sowie extremistische Bündnisse am rechten und linken Rand des Parteienspektrums werben mit dem Versprechen, dass sie das von den ausländischen Gläubigern diktierte Sparprogramm lockern können. Umfragen deuten auf eine Zersplitterung der politischen Landschaft im neuen griechischen Parlament hin. In Umfragen liegt die konservative Nea Dimokratia vorn, ihr dürfte allerdings die nötige Mehrheit für eine Alleinregierung fehlen.

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