Kiel (dpa) - In Schleswig-Holstein hat die mit Spannung erwartete Landtagswahl begonnen. Die ersten Wähler gingen bereits kurz nach Öffnung der Wahllokale um 8.00 Uhr zur Abstimmung.

Die bisher in einer schwarz-gelben Koalition regierende CDU will mit ihrem Spitzenkandidaten Jost de Jager wieder stärkste Partei werden. Dabei wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der SPD erwartet. Die Sozialdemokraten mit dem Spitzenkandidaten Torsten Albig streben ein Bündnis mit Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW) an.

Insgesamt sind 2,2 Millionen Wahlberechtigte zur Abstimmung aufgerufen. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr. Prognosen von ARD und ZDF werden unmittelbar danach erwartet.

Als erster Spitzenkandidat gab der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki seine Stimme ab. Der Vorsitzende der Landtagsfraktion füllte seinen Wahlzettel am Vormittag in seinem Wohnort Strande bei Kiel aus.

Die kriselnde FDP hat nach jüngsten Umfragen wieder bessere Chancen, erneut in den Landtag zu kommen. Dort wird erstmals auch die Piratenpartei erwartet. Für die Linke sind die Aussichten auf einen Wiedereinzug in das Parlament eher schlecht.

Bei der Landtagswahl im September 2009 erzielte die CDU 31,5 Prozent, die SPD 25,4 Prozent, die FDP 14,9 Prozent und die Grünen 12,4 Prozent. Die Linke erhielt 6 Prozent und der SSW 4,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,6 Prozent.

Ob die Nord-SPD eine Koalition mit Grünen und SSW - die sogenannte Dänen-Ampel - bilden kann, hängt auch vom Ergebnis der FDP und der Piraten ab. Die CDU will so viele Stimmen holen, dass eine Regierungsbildung ohne sie nicht möglich ist. Eine Neuauflage der schwarz-gelben Koalition ist nach den Umfragen nicht in Sicht.

Informationen zur Landtagswahl 2012