Kairo (dpa) - Eine Islamistenorganisation mit Verbindung zu Al-Kaida hat sich zu dem verheerenden Bombenanschlag mit bis zu 70 Toten am Donnerstag in Damaskus bekannt.

Die «Al-Nusra Front zur Schutz des Volkes der Levante» erklärte, der Anschlag auf ein Gebäude der Sicherheitskräfte sei eine Rache für den Beschuss von Wohnvierteln. Das Regime müsse das «Massakrieren des sunnitischen Volkes beenden oder die Konsequenzen tragen», hieß es in der Erklärung auf der unabhängigen Website Syria Politic.

Bei dem Anschlag am Donnerstag nahe eines Foltergefängnisses waren je nach Angaben 55 bis 70 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Die Regierung macht den Widerstand dafür verantwortlich. 330 bis 600 Al-Kaida-Kämpfer seien im Großraum Damaskus aktiv, heißt es. Die Opposition beschuldigt dagegen das Regime, die Anschläge selbst zu inszenieren, und fordert eine internationale Untersuchung. Am Freitag hätten Zehntausende Demonstranten die syrische Führung von Baschar Al-Assad wegen des Anschlag verurteilt.

Am Freitag haben die syrischen Sicherheitskräfte nach offizieller Darstellung einen weiteren schweren Selbstmordanschlag vereitelt. In der Provinz Aleppo seien ein Kleinbus mit mehr als einer Tonne Sprengstoff abgefangen und ein Selbstmordattentäter getötet worden.

Am Samstag beschossen die syrischen Streitkräfte nach Angaben der Opposition erneut die Stadt Homs. Am Freitag seien 14 Oppositionelle von den Sicherheitskräften getötet worden; am Samstag habe es weitere Opfer gegeben. Seit dem 12. April gilt eigentlich in Syrien eine international vermittelte Waffenruhe. Angaben der Regierung wie der Opposition sind in Syrien wegen der Einschränkung der Pressefreiheit nur schwer objektiv nachprüfbar.

Website Syria Politic, Arabisch