Athen (dpa) - Die letzte Vermittlungsrunde zur Bildung einer Regierung im Krisenstaat Griechenland hat begonnen. Staatspräsident Karolos Papoulias hat in seine, Amtssitz die Vorsitzenden der Konservativen, der Radikallinken und der Sozialisten empfangen.

Dem Vernehmen nach wird Papoulias versuchen, Konservative, Linksradikale und Sozialisten sowie die kleinere Demokratische Linke zur Bildung einer Koalition zu bewegen. Diese soll sich für den Verbleib Griechenlands im Euroland einsetzen. Papoulias will sich am Nachmittag auch mit allen anderen Parteivorsitzenden einzeln treffen. Scheitert diese Vermittlung, stehen Neuwahlen am 10. oder 17. Juni an.

Alle Sondierungsgespräche scheiterten bisher am Widerstand der linksradikalen Syriza. Deren Chef Alexis Tsipras fordert beharrlich ein Ende des Sparkurses. Tsipras linkes Bündnis hat Aufwind. Bleibt es in der Opposition, hofft es auf weiteren Zuspruch durch die Stimmen der Hundertausenden Arbeitslosen. Aus Neuwahlen würde es Umfragen zufolge ebenfalls gestärkt hervorgehen.

Gleichzeitig fordern aber 72 Prozent der Griechen in einer repräsentativen Umfrage, dass die Parteien alles unternehmen sollten, damit eine tragfähige Regierung gebildet werden kann. Noch mehr, nämlich 78 Prozent, sprechen sich für einen Verbleib im Euroland aus. Die Umfrage wurde am Sonntag in der Athener Zeitung «To Vima» veröffentlicht.