Frankfurt/Main (dpa) - Zum Auftakt der sogenannten Blockupy-Aktionstage gegen Banken und europäische Sparpolitik sind die befürchteten Krawalle in Frankfurt zunächst ausgeblieben.

Nur bei der Räumung eines Protest-Camps vor der Europäischen Zentralbank (EZB) kam es am Mittwoch vereinzelt zu Rangeleien. 16 Menschen wurden vorläufig festgenommen.

Eine verbotene Demonstration wurde am Mittwochabend ohne größere Gegenwehr aufgelöst. Nach Aufforderung der Beamten verließ ein Großteil der etwa 500 Teilnehmer den Platz vor der Frankfurter Hauptwache freiwillig, noch bevor die Veranstaltung beginnen konnte. «Bislang ist alles ruhig», sagte ein Sprecher am Morgen.

Das Blockupy-Bündnis hatte trotz Demonstrationsverbots zu einem Marsch durch die Frankfurter Innenstadt aufgerufen. Die Aktivisten versammelten sich mit Zelten im Gepäck am Hauptbahnhof, um zum Römer zu laufen. «Wir nehmen uns unser Recht auf Versammlungsfreiheit!» und «Die Totalverbotsstrategie durchbrechen!», hieß es in einer Mitteilung.

Ursprünglich wollten die kapitalismuskritischen Veranstalter das komplette verlängerte Wochenende für Proteste nutzen. Nach Klagen durch alle Instanzen ist aber nur noch eine Demonstration am Samstag erlaubt, zu der mehrere zehntausend Teilnehmer erwartet werden. Die Polizei rechnet auch mit etwa 2000 gewaltbereiten Aktivisten.

Zum Blockupy-Bündnis gehören Organisationen aus dem linken Spektrum, darunter die Linkspartei und das globalisierungskritische Netzwerk Attac. In Frankfurt wollen sie gegen die europäische Sparpolitik und die Macht der Banken demonstrieren. Occupy ist eine weltweite Bewegung, die zentrale Plätze besetzt und damit Kritik am Kapitalismus übt.

Das Bundesverfassungsgericht hatte am Mittwochabend weitgehend ein Verbot bestätigt, mit dem die Stadt Frankfurt zunächst sämtliche Blockupy-Veranstaltungen untersagt hatte. Die Stadt sieht die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet.

Unter anderem die hessische Linkspartei, die zum Blockupy-Bündnis gehört, war gegen das Verbot bis vor das Bundesverfassungsgericht gezogen. Sie hatte ihr Recht auf Demonstrationsfreiheit beschränkt gesehen. Geplant war eine Reihe von Kundgebungen und Aktionen in der Frankfurter Innenstadt, darunter eine Blockade des Bankenviertels.

Das Bündnis kritisierte die umfassenden Verbote der Protestaktionen. «Wir sind entsetzt, wie hier mit demokratischen Rechten umgegangen wird», sagte ein Sprecher.

Trotz Verbots von Blockupy-Veranstaltungen bis einschließlich Freitag rüstet sich die Stadt für alle Fälle. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) sagte eine lange geplante Südamerika-Reise ab: «In dieser schwierigen Lage werde ich die Stadt nicht verlassen.»

Etliche Banken rieten ihren Mitarbeitern, am Brückentag zuhause zu bleiben, einige Geschäftsleute in der Innenstadt schlossen ihre Läden bis Montag - manche schützten ihre Schaufenster mit Sperrholzplatten. Die Goethe-Universität Frankfurt wollte von Donnerstag bis Sonntag vorsorglich ihre Hochschulgebäude schließen.

Geplante Blockupy-Veranstaltungen