Rüsselsheim (dpa) - Angesichts des drohenden Kahlschlags beim Autohersteller Opel verlangt der Oberbürgermeister des Stammsitzes Rüsselsheim Sicherheit.

«Die erste Forderung ist, dass die Arbeitsplätze, die hier existieren, bleiben», sagte Patrick Burghardt (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. «Ich wünsche mir natürlich ein ausgelastetes Werk.»

Opel hatte angekündigt, das Erfolgsmodell Astra ab 2015 nicht mehr in Rüsselsheim zu bauen, sondern nur noch im britischen Ellesmere Port und im polnischen Gliwice (Gleiwitz). Rüsselsheim solle aber als modernstes Opel/Vauxhall-Werk in Europa weiterhin voll genutzt werden. Opel hat in Rüsselsheim 13 825 Mitarbeiter, davon 3200 in der Produktion.

«Die Konzernleitung sollte mit den Arbeitnehmern an einem Strang ziehen», forderte Burghardt. «Die arbeiten beide für ein Ziel: dass es Opel gut geht. Das geht nur gemeinsam. Da gibt es aus meiner Sicht Verbesserungsbedarf.»

Opel brauche zudem dringend eine langfristige Perspektive, «damit es nicht immer in Drei-Jahres-Schritten Spekulationen über den Standort gibt, egal von wem forciert», befand Burghardt. «Ich sehe die Zukunft des Standortes als recht positiv. Rüsselsheim ist das Stammwerk.»

Opel ließ zunächst offen, ob die Entscheidung zugunsten der ausländischen Werke Auswirkungen auf andere deutsche Standorte - vor allem Bochum - haben wird. «Natürlich gibt es eine Solidarität unter den Kommunen», sagte Burghardt. «Es wird von mir nicht die Aussage geben: Alles für Rüsselsheim - und andere Standorte werden deshalb benachteiligt.»