Berlin (dpa) - Im Streit um den Parteivorsitz der Linken hat sich der bisher einzige offizielle Kandidat, Dietmar Bartsch, offen für eine Doppelspitze mit Sahra Wagenknecht gezeigt.

«Wir sind beide stellvertretende Fraktionsvorsitzende und gehen uns nicht an die Gurgel», sagte Bartsch der Zeitung «Die Welt». Sahra Wagenknecht - Lebensgefährtin des möglicherweise zurückkehrenden früheren Linke-Vorsitzenden Oskar Lafontaine - habe eine Doppelspitze mit ihm aber bisher abgelehnt. Er habe sich zu diesem Vorschlag nie geäußert. «Das ist eine Frage, die zuallererst bei den Frauen liegt.»

Im Machtkampf bei der Linken zeichnet sich bisher keine Lösung ab. Die Bundesspitze und die Landeschefs konnten sich in einer Sitzung am vergangenen Dienstag nicht auf Bartsch oder Lafontaine als neuen Parteivorsitzenden einigen. Bartsch blieb bei seiner bereits vor Monaten angemeldeten Kandidatur, Lafontaine behält sich eine solche weiter vor. Eine Kampfkandidatur will er aber nicht.

Bartsch bekräftigte in der «Welt», dass er nicht Stellvertreter eines Parteichefs Lafontaine werde. «Das ist für mich inakzeptabel.» Zu dem Vorschlag von Fraktionschef Gregor Gysi, Bartsch könnte wieder Bundesgeschäftsführer werden, sagte er: «Diesen Vorschlag gibt es nicht von Oskar Lafontaine. Also brauche ich dazu auch nicht Stellung zu beziehen.»

Die Gefahr einer Spaltung der Partei sieht Bartsch nicht. «Das ist völlig absurd. Eine Spaltung wird es nicht geben», sagte er.

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