New York (dpa) - Facebook muss sich der rauen Börsenwirklichkeit stellen. Nachdem die beteiligten Banken den Kurs des Sozialen Netzwerks am ersten Handelstag gestützt hatten, fürchtet so mancher Börsianer für den Montag eine Talfahrt der Aktie.

Im vorbörslichen Handel in New York ging es für das Papier bereits um fast 3 Prozent nach unten auf 37,16 Dollar. Der Schlusskurs lag am Freitag bei 38,23 Dollar. Der Verlust würde sich nicht nur bei Kleinanlegern im Depot bemerkbar machen. Besonders groß sind die Ausschläge beim frisch verheirateten Firmengründer und -chef Mark Zuckerberg. Er ist mit 503,6 Millionen Aktien der größte Facebook-Aktionär. Damit macht ein Minus von 1 Dollar je Aktie in seinem Fall insgesamt rund eine halbe Milliarde Dollar aus. Nach dem vorbörslichen Kurs war Zuckerberg noch 18,7 Milliarden Dollar schwer.

Facebook und die Alteigentümer hatten Ende vergangener Woche 421 Millionen Aktien zum Stückpreis von 38 Dollar verkauft. Eine schwächer als gedachte Nachfrage ließen die Anteilsscheine im Handel jedoch beinahe unter den Ausgabekurs fallen. Die Banken griffen ein, um eine Blamage zu verhindern. Der schwache Auftakt hatte den gesamten Markt und vor allem andere Internetaktien mit runtergezogen.

Erschwerend hinzu kamen Computerpannen bei der US-Technologiebörse Nasdaq. Deren Systeme waren mit dem größten Internet-Börsengang aller Zeiten überfordert. «Das war nicht unsere Sternstunde», räumte Nasdaq-Chef Robert Greifeld am Sonntag in einer Telefonkonferenz ein. Er hatte am Freitag noch gemeinsam mit Zuckerberg die Eröffnungsglocke der Börse geläutet.

Nach Greifelds Worten lag das Problem in der Stornierung von Aufträgen. Auch ausführliche Tests im Vorfeld hätten die Fehlfunktionen nicht aufgedeckt. Die Software habe sich aufgehängt, Mitarbeiter hätten manuell eingreifen müssen. Der Handel mit den Facebook-Papieren begann am Freitag mit einer halben Stunde Verspätung und lief auch danach nicht fehlerfrei. Die Börsenaufsicht SEC untersucht die Pannen.

Börsianer beschwerten sich, dass sie über Stunden nicht gewusst hätten, ob ihre Aufträge nun ausgeführt worden seien oder nicht. Einige sagten, sie hätten durch die Aussetzer Geld verloren und verlangen nun Wiedergutmachung von dem Börsenbetreiber. Das bedeutet einen Imageschaden für die Nasdaq. Die rein computergestützte Börse hatte der traditionsreichen New York Stock Exchange den Facebook-Börsengang weggeschnappt.

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