Dortmund (SID) - Der englische Fußball-Vizemeister Manchester United und andere Interessenten für Mittelfeldspieler Shinji Kagawa vom Double-Gewinner Borussia Dortmund müssen tief in die Tasche greifen: Anscheinend erhofft sich der BVB von einem Verkauf des 23 Jahre alten Japaners Einnahmen von mehr als 20 Millionen Euro.

"Es ist doch völlig klar, was Shinji für Fähigkeiten hat, wie alt er ist und was er für einen Wert für diese Mannschaft hat. Dann sehe ich, was Bayern für Manuel Neuer gezahlt hat. Er hatte auch nur noch ein Jahr Vertrag. Aus diesen Fakten kann man eine Summe sicher ableiten", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der Sport Bild. Neuer hatte Dortmunds Lokalrivalen Schalke 04 im vergangenen Sommer für eine Ablöse von rund 22 Millionen Euro in Richtung Bayern München verlassen.

Ob der zu erwartende Geldsegen in direkten Ersatz für Kagawa investiert wird, ist allerdings offen. Trainer Jürgen Klopp glaubt, den sich abzeichnenden Abgang mit dem vorhandenen Spielermaterial kompensieren zu können. "Na klar wären die Tränen groß, wenn er ginge. Er ist ein außergewöhnlicher Spieler. Aber man muss sich in diesem Geschäft an Abschiede gewöhnen", sagte Klopp. Mario Götze, Neuzugang Marco Reus, Ivan Perisic, Moritz Leitner oder Ilkay Gündogan seien ausreichende Alternativen für die Position hinter der zentralen Spitze. Dennoch sei der BVB insgesamt "noch aktiv auf dem Transfermarkt".

Den Abgang weiterer Leistungsträger schloss Klopp hingegen aus: "Unsere oberste Verpflichtung ist es, einen Kader zu haben, mit dem man erfolgreich Fußball spielen kann, und nicht, das Festgeldkonto dramatisch zu erhöhen. Es gibt keine Summe, bei der wir im Sommer schwach werden."

Unterdessen hält Klopp Rekordmeister Bayern München trotz der erneuten Saison ohne Titel nach wie vor für die erste Kraft in der Fußball-Bundesliga. "Der Status des FC Bayern München ist innerhalb von zwei Jahren nicht ins Wanken zu bringen", sagte Klopp dem Fachmagazin kicker.

Von einer Wachablösung könne deshalb auch nach der zweiten BVB-Meisterschaft in Folge keine Rede sein: "Es geht doch darum, wie die nächsten Jahre ablaufen werden. Das wissen wir nicht, weil wir noch lernen, mit unserer sich ständig verändernden Situation umzugehen. Wir haben aber relativ gute Voraussetzungen dafür geschaffen, dass uns das gelingen kann."