Frankfurt/Main (SID) - Das DFB-Sportgericht hat in seiner Begründung des Urteils, das Relegationsrückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC (2:2) nicht zu wiederholen, von einer "schwierigen Entscheidung" gesprochen. "Es war eine Tatsachenentscheidung. Das Spiel wurde dreimal unterbrochen und dreimal fortgesetzt. Das sind Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters", sagte der Vorsitzende Hans E. Lorenz, ließ aber zugleich keinen Zweifel daran, dass nicht viel zu einer gegenteiligen Entscheidung fehlte.

"Der Versuch, nachzuweisen, dass die Berliner unter Angst standen, blieb ohne Erfolg. Es wurde kein Berliner Spieler verletzt oder körperlich angegriffen oder musste ausgewechselt werden. Wäre das der Fall gewesen, hätte der Einspruch erfolgt gehabt", sagte Lorenz. "Hätte der Platz nicht geräumt werden können - auch dann hätte eine Spielumwertung stattfinden müssen."

Lorenz sprach von einem bedeutenden Verfahren: "Wir hatten noch nie ein Verfahren, bei dem es um so viel ging. Ich habe Verständnis, dass Hertha nach diesem Strohhalm gegriffen hat. Weil dieser Abstieg für Hertha eine existenzielle Bedeutung hat, vielleicht noch mehr als vor zwei Jahren."

Zur Entkräftung des Berliner Vorbringens einer vermeintlichen "psychologischen Schwächung" für die letzten neunzig Sekunden nach dem verfrühten Platzsturm der Düsseldorfer Fans merkte er an: "Der Nachweis einer psychologischen Beeinträchtigung wurde nicht geführt." Lorenz fügte erklärend hinzu: "Die Fans stürmten nicht in feindseliger Haltung auf den Platz. Es ist das gute Recht von Stark, zu sagen: Das Spielfeld ist wieder frei, wir machen weiter."