Beirut (dpa) - Der blutige Konflikt in Syrien heizt die Gewalt auch im Nachbarland Libanon weiter an: Bei Straßenkämpfen zwischen Gegnern und Anhängern des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Beirut wurden in der Nacht zum Montag laut Sicherheitskräften mindestens sechs Menschen verletzt.

Zuvor war am Sonntag an einem Kontrollpunkt im Norden des Libanon ein sunnitischer Geistlicher und bekannter Gegner des Assad-Regimes von Soldaten erschossen worden. Auch ein Begleiter des Mannes kam ums Leben.

Anhänger des Geistlichen hatten daraufhin aus Protest in Beirut sowie in nördlichen und östlichen Landesteilen Straßensperren aus brennenden Autoreifen errichtet. In dem sunnitischen Viertel Tarik al Dschadidah in Beirut lieferten sich dann Unterstützer und Gegner des syrische Regimes heftige Kämpfe. Wie ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur dpa berichtete, wurden dabei auch Maschinengewehre und Panzerfäuste eingesetzt.

Die Armee schickte Soldaten und Panzer in die betroffen Gebiete, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Die Militärführung bedauerte den Tod des Geistlichen und sagte eine Untersuchung des Vorfalls zu.

Bereits eine Woche zuvor waren bei Kämpfen zwischen sunnitischen Assad-Gegnern und alawitischen Anhängern des Regimes in der libanesischen Hafenstadt Tripoli mehrere Menschen getötet oder verletzt worden.