Düsseldorf (dpa) - Die deutschen Tennis-Herren haben beim 35. World Team Cup mit dem Auftaktsieg gegen Russland viel Selbstvertrauen für die angestrebte Titelverteidigung getankt.

Einen Tag nach dem lockeren Erfolg von Philipp Kohlschreiber gegen Alex Bogomolow gelang Florian Mayer mit einer soliden Leistung ein 6:2, 7:6 (9:7) gegen Igor Andrejew. Damit bescherte Mayer dem Vorjahressieger frühzeitig den zweiten Punkt gegen Russland.

«Das war heute ein Schritt in die richtige Richtung. Zuletzt habe ich auf Sand schlecht gespielt, deshalb bin ich auch so oft in der ersten Runde rausgeflogen», bekannte der 28 Jahre alte Profi aus Bayreuth, der zum Auftakt in Düsseldorf ansteigende Form bewies. Mayers persönlicher Coach Tobias Summerer fungierte anstelle von Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen erstmals als DTB-Kapitän.

Das anschließende Doppel war beim Stand von 2:0 sportlich bedeutungslos. Für den angeschlagenen Philipp Petzschner wurde Mayer als Partner von Christopher Kas gegen die russische Paarung Dimitri Tursunow/Igor Kunizyn nominiert. «Das haben wir gemeinsam entschieden, weil Philipp noch nicht hundertprozentig fit ist. Und ich habe zuletzt gezeigt, dass ich auch gut Doppel spielen kann.»

Nach den Differenzen beim Davis Cup in Bamberg scheint das DTB-Team auf gutem Weg, wieder enger zusammenzurücken. Gemeinsam hatte das Quartett am Samstag bei der Final-Niederlage von Bayern München in der Champions League am Fernsehen gelitten. Mayer lobte: «Respekt für Kohli, dass er dann am Sonntag mit so wenig Schlaf so eine Leistung gebracht hat.»

Nächster deutscher Gegner in der blauen Gruppe ist am Dienstag Kroatien, das Serbien unterlag. Das erste Einzel hatte Viktor Troicki gegen Ivan Dodig gewonnen. Am Montag ließ der Weltranglisten-Achte Janko Tipsarevic - in diesem Jahr einer von zwei Top-Ten-Spielern im Rochusclub - Lovro Zovko nicht den Hauch einer Chance und brachte ihm mit 6:0, 6:0 die Höchstrafe bei. Kroatiens Aufschlagriese Ivo Karlovic hatte wegen einer Schulterverletzung auf sein Einzel verzichten müssen.

Mayer begann seine Partie ähnlich stark wie Kohlschreiber am Vortag. Nach zwei schnellen Breaks führte er gegen Andrejew schon 4:0, ehe der kurzfristig ins russische Aufgebot nachgerückten Nummer 78 der Welt der erste Spielgewinn gelang. Im zweiten Durchgang verlor Mayer zwar seinen Aufschlag zum 1:3, kämpfte sich aber zurück und konnte sich in den Tiebreak retten. «Im zweiten Satz war ich zu negativ, habe ein bisschen mit mir gehadert. Aber so ist das, wenn man nicht so viel Selbstvertrauen hat», gab der Weltrangisten-28. zu, der zuletzt in Rom nach einigen Auftaktpleiten immerhin die zweite Runde erreicht hatte. Dort unterlag er allerdings Rafael Nadal.

Anfangs bereiteten Andrejew vor allem Mayers lange Slicebälle Probleme. Zudem brachte die deutsche Nummer zwei seinen Gegner zuweilen mit Stopps aus dem Rhythmus. Im Tiebreak behielt Mayer dann die Nerven, wehrte einen Satzball ab und verwandelte nach gut eineinhalb Stunden seinen zweiten Matchball. Mayer räumte ein, dass der Druck etwas höher sei, wenn man für Deutschland und nicht nur für sich aufschlägt. «Und ich wusste, dass ich gewinnen muss. Im Doppel weiß man nie, was passiert.»