Tourrettes (dpa) - Rekord-Weltmeister Michael Schumacher und dessen Formel-1-Teamkollege Nico Rosberg haben für die deutschen Fußball-Nationalspieler Chauffeur gespielt.

Lukas Podolski und Tim Wiese wurden nach einer Spritztour von Rosberg direkt am Trainingsplatz in Tourrettes abgesetzt. Im Auto von Schumacher saßen Marco Reus und André Schürrle. Ermöglicht hatte die kleine Abwechslung für Poldi & Co. im EM-Trainingslager DFB-Generalsponsor Mercedes. Am Sonntag starten Schumacher und Rosberg für Mercedes beim Großen Preis von Monaco.

Bundestrainer Joachim Löw gab nach dem PR-Termin auf dem Trainingsplatz wieder Vollgas. 18 Spieler schwitzten bei Sonnenschein, der in Südfrankreich tagelanges Regenwetter abgelöst hat, bei intensiver Athletik- und Taktikschulung. Miroslav Klose fehlte bei der ersten von zwei Einheiten am Mittwoch erneut. Der 33 Jahre alte Topstürmer von Lazio Rom plagt sich nach langer Verletzungspause mit muskulären Problemen. Ob Klose am Samstag beim Test-Länderspiel in Basel gegen die Schweiz mitwirken kann, ist ungewiss. Dafür trainierte Fan-Liebling Mesut Özil erstmals nach seiner Ankunft zu Wochenbeginn in Tourrettes mit der Mannschaft.

Die EM-Spieler des FC Bayern übermittelten nach dem Freundschaftsspiel gegen die niederländische Nationalmannschaft Vorfreude auf das EM-Turnier vom 8. Juni bis 1. Juli in Polen und der Ukraine. «Für uns ist es gut, dass es Samstag zur Nationalmannschaft geht. Da haben wir ein neues Ziel, ein großes Ziel», erklärte Toni Kroos, der wie die anderen sieben Münchner EM-Kandidaten von Cheftrainer Löw nach der Final-Niederlage in der Champions League noch einen Tag mehr Urlaub bekam. «In so einem Turnier muss man keinen motivieren, das wird dann von alleine kommen», betonte Kroos.

Schumacher und Rosberg waren am Mittwochmorgen mit dem Hubschrauber zum DFB-Quartier geflogen. «Unser Generalsponsor war so freundlich, dass die Fahrer, die voll eingespannt sind, zu uns nach oben kommen und einfach mal Hallo sagen», berichtete Teammanager Oliver Bierhoff. Die komplette Mannschaft einschließlich der Bayern-Spieler wird den Großen Preis in Monaco vor Ort erleben.

Danach muss Löw die acht Münchner EM-Spieler in kurzer Zeit auf den hohen Turnierstandard bringen. Verteidiger Holger Badstuber sieht darin jedoch keinen Nachteil: «Gut, dass nicht so viel Zeit bleibt, da kommt man mit den Gedanken wieder woanders hin.»