Bagdad (dpa) - In der irakischen Hauptstadt Bagdad beginnt heute eine neue Verhandlungsrunde über das iranische Atomprogramm. An dem Treffen nehmen der Iran sowie die fünf Ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates sowie Deutschland teil.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das.

Unmittelbar vor der neuen Verhandlungsrunde hatte der Iran Zugeständnisse signalisiert. Teheran erklärte sich bereit, eine Vereinbarung zur genaueren Überprüfung seines Atomprogramms durch die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA zu unterzeichnen. Im Gegenzug fordert die iranische Führung, dass der Westen Sanktionen aufhebt.

In dem Abkommen sollen die Bedingungen festgehalten werden, unter denen der Iran den IAEA-Kontrolleuren Zugang zu Anlagen, Dokumenten und Experten gewährt. Einige kleinere Meinungsverschiedenheiten müssten allerdings noch geklärt werden, sagte IAEA-Chef Yukiya Amano. Die iranische Seite hätte aber versichert, dass sei kein Hindernis. Details nannte der IAEA-Chef nicht. Wann das Abkommen unterzeichnet wird, werde noch geklärt. Teil der Vereinbarung sei der Zugang zur militärischen Forschungsanlage in Parchin nahe Teheran. Der Westen verdächtigt den Iran, dort Tests mit Atomsprengköpfen zu simulieren.

Die US-Regierung begrüßte die jüngste Übereinkunft zwischen Teheran und der IAEA vorsichtig. Die Erklärung sei ein Schritt vorwärts, sagte am Dienstag der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney. «Unser Urteil fällen wir jedoch anhand der Taten des Irans und nicht aufgrund von Versprechen.» Die USA würden auch weiterhin Druck über Sanktionen auf Teheran ausüben. «Wir unterstützen die Bemühungen der IAEA, die ausstehenden Punkte zu lösen», sagte Außenministeriumssprecherin Victoria Nuland in Washington.

IAEA-Bericht