Bagdad (dpa) - Bei den Atomgesprächen mit der iranischen Führung in Bagdad hoffen die internationalen Unterhändler auf Zugeständnisse der islamischen Republik.

«Wir haben einen neuen Vorschlag auf den Tisch gelegt», sagte Michael Mann, der Sprecher der EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton, am Mittwoch nach dem Start der neuen Verhandlungsrunde in der irakischen Hauptstadt. «Wir hoffen, dass die Iraner darauf in einer guten Art und Weise reagieren.»

Die Vertreter der 5+1-Gruppe (die fünf UN-Vetomächte China, Frankreich, Großbritannien, Russland und die USA - sowie Deutschland) seien sich in ihrer Vorgehensweise völlig einig, sagte Mann. Details zu dem Vorschlag wollte er nicht nennen. Ashton leitet die internationale Delegation. Vertreter der 5+1-Gruppe wollen bei dem Treffen mit Vertretern des Irans an den als positiv bezeichneten Start neuer Gespräche vor gut fünf Wochen in Istanbul anknüpfen.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das. Israel hat mehrfach indirekt mit Militärschlägen auf iranische Atomanlagen gedroht.

Unmittelbar vor der neuen Verhandlungsrunde hatte der Iran Zugeständnisse signalisiert. Teheran erklärte sich bereit, eine Vereinbarung zur genaueren Überprüfung seines Atomprogramms durch die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA zu unterzeichnen. Im Gegenzug fordert die iranische Führung, dass der Westen Sanktionen aufhebt.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow forderte konkrete Maßnahmen zur Lösung des Konflikts. «Der Iran unternimmt Schritte, um die Forderungen der internationalen Gemeinschaft zu erfüllen, und die internationale Gemeinschaft unternimmt Schritte, um den Sanktionsdruck auf den Iran zu schwächen», sagte Lawrow nach Angaben der Agentur Itar-Tass in Moskau. «Es wird weiter ein Prozess sein, aber zu jedem Zeitpunkt dieses Prozesses wollen wir konkrete Ergebnisse sehen.»

Die US-Regierung hatte die jüngste Übereinkunft zwischen Teheran und der IAEA vorsichtig begrüßt. Die Erklärung sei ein Schritt vorwärts, teilte das Weiße Haus mit. «Unser Urteil fällen wir jedoch anhand der Taten des Irans und nicht aufgrund von Versprechen.» Die USA würden auch weiterhin Druck über Sanktionen auf Teheran ausüben.

Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, warnte vor einer voreiligen Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran. «Um die Verhandlungsbereitschaft des Irans zu erhalten, muss der wirtschaftliche Druck aufrechterhalten werden», sagte Hanning. Der ehemalige BND-Chef ist mittlerweile Chefberater der beiden internationalen Organisationen United Against Nuclear Iran (UANI) und Institute for Strategic Dialogue (ISD), die sich gemeinsam gegen eine atomare Bewaffnung des Irans engagieren.

IAEA-Bericht

ISD

UANI