Ehingen (dpa) - Die Zukunft der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker könnte sich heute bei einem Treffen der drei größten Gläubiger entscheiden. Von ihrem richtungsweisenden Beschluss hängt es ab, ob Schlecker weiterbesteht oder zerschlagen wird.

Für die verbliebenen 13 500 Mitarbeiter gibt es inzwischen neue Hoffnung: Medienberichten zufolge interessiert sich der einstige Karstadt-Retter Berggruen-Holdings für Schlecker.

Auch vier Monaten nach dem Insolvenzantrag hat Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bislang keinen Geldgeber präsentiert. Die Gläubiger könnten nun auch die Zerschlagung beschließen. Wird Schlecker in seine Einzelteile zerlegt, würden noch vorhandene Filetstücke verkauft. Der Großteil der deutschen Filialen würde dann wohl geschlossen, erneut könnten tausende Schlecker-Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Die Sitzung des Gläubigerausschusses wird hinter verschlossenen Türen stattfinden, auch die Zeit wurde nicht bekanntgegeben. Geiwitz muss für eine Fortführung des Geschäfts die Gläubiger von seinem Zukunftskonzept überzeugen.

In dem Ausschuss sitzen die größten Gläubiger Schleckers. Dazu gehören die Kreditversicherung Euler Hermes, die Lieferantengruppe Markant Finanz AG und die Agentur für Arbeit in Ulm. Fällt eine Entscheidung, wird sie am 5. Juni bei der vom Amtsgericht Ulm festgelegten Gläubigerversammlung endgültig beschlossen.

Im Zuge der Insolvenz der Drogeriekette mit Sitz in Ehingen war Ende März bundesweit rund 10 000 Beschäftigten gekündigt worden. Ende Januar hatte das Unternehmen den Insolvenzantrag gestellt.