Kairo (dpa) - Die ägyptische Präsidentenwahl bleibt hochspannend. Erste Ergebnisse aus den Provinzen deuten auf einen Vorsprung für den Kandidaten der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, hin. Doch noch ist nichts entschieden.

Die Muslimbrüder, die bereits die größte Fraktion im Parlament stellen, feierten Mursi trotzdem schon als Sieger. Die Islamisten-Organisation erklärte, nach Auszählung der Hälfte der Stimmen liege ihr Kandidat mit 30,8 Prozent an erster Stelle vor dem früheren Luftfahrtminister Ahmed Schafik mit 22,3 Prozent.

Die staatlichen Medien sprachen dagegen von einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Mursi, dem unabhängigen Islamisten Abdel Moneim Abul Futuh und dem linken Aktivisten Hamdien Sabbahi. Nach den ersten Ergebnissen kann sich der frühere Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, keine Hoffnungen mehr machen, die Nachfolge des im Februar 2011 gestürzten Präsidenten Husni Mubark anzutreten.

Wenn, wie die ersten Ergebnisse vermuten lassen, keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht hat, kommt es am 16. und 17. Juni zu einer Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten. Nach inoffiziellen Angaben beteiligten sich rund 50 Prozent der Wähler an dem zweitägigen Urnengang am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche. Ägyptische Wahlbeobachter berichteten von Stimmenkauf und Wählermanipulation in zahlreichen Wahllokalen. Beschwerden über Unregelmäßigkeiten gab es jedoch bislang nicht.

Verlautbarung der Muslimbrüder, Arabisch