Damaskus/New York (dpa) - Bei Angriffen der syrischen Armee sind nach Oppositionsangaben wieder zahlreiche Menschen getötet worden. Wie der arabische Fernsehsender Al-Arabija unter Berufung auf Aktivisten berichtete, kamen «bei einem neuen Massaker» in der Provinz Homs 50 Menschen ums Leben.

Nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira waren darunter auch Kinder.

Sondervermittler Kofi Annan wird nach Angaben der Vereinten Nationen «demnächst» wieder nach Syrien aufbrechen. Der Beauftragte von UN und Arabischer Liga wolle direkte Gespräche mit den Behörden des Regimes führen, sagte UN-Sprecher Martin Nesirky am Freitag in New York. Annan werde auch mit der Opposition reden. Zudem wolle der frühere UN-Generalsekretär mit den Anrainerstaaten über die Krise sprechen.

Seit das Regime vor 14 Monaten begann, friedliche Proteste mit Gewalt niederzuschlagen, sind nach UN-Angaben mehr als 10 000 Menschen ums Leben gekommen. Im April waren UN-Beobachter als Teil des Annan-Friedensplanes nach Syrien geschickt worden. Sie sollen eine Waffenruhe überwachen, die bisher nur auf dem Papier existiert. «Es ist nun Zeit, dass sich der Sondervermittler persönlich in die Gespräche mit Regierung und Opposition einschaltet», sagte UN-Sprecher Nesirky. Wann Annan aufbricht und welche Länder er bereist, wollte Nesirky aus Sicherheitsgründen nicht sagen.

Syrische Truppen schossen am Freitag in der nördlichen Großstadt Aleppo mit scharfer Munition auf friedliche Demonstranten. Mindestens ein Kundgebungsteilnehmer starb, zahlreiche weitere wurden verletzt, teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit. In Aleppo sollen Zehntausende auf die Straße gegangen sein. Auch in zahlreichen anderen Städten gingen die Proteste gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad weiter.

Bericht Al-Arabija