Madrid/Mailand/Athen (dpa) - Aktien südeuropäischer Banken haben mit den Erwägungen um die weiteren Auswirkungen der Schuldenkrise im Fokus gestanden.

Während Aktien spanischer Banken unter dem massiven Rettungsvolumen beim Finanzhaus Bankia litten und auch Papiere italienischer Geldhäuser zum Teil in Mitleidenschaft zogen, erholten sich griechische Finanztitel aufgrund jüngster Umfrageergebnisse unter den griechischen Wählern. Am Anleihenmarkt wird das Misstrauen gegenüber dem Euro-Krisenland Spanien derweil immer größer: Am Pfingstmontag stieg der Risikoaufschlag von spanischen zu deutschen Staatsanleihen auf den höchsten Wert seit der Euro-Einführung.

Der Kurs des viertgrößten spanischen Geldhauses Bankia brach zuletzt um 21,85 Prozent auf 1,227 Euro ein, nachdem die Aktien am Freitag wegen des vorgelegten Rettungsplans komplett vom Handel ausgesetzt waren. Wie das teilverstaatlichte Institut vor dem Wochenende mitteilte, bittet es die Madrider Regierung um eine weitere Finanzhilfe von 19 Milliarden Euro, nachdem vor zwei Jahren bereits 4,5 Milliarden Euro aus dem staatlichen Bankenrettungsfonds FROB geflossen waren. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte die Bonität der schwer angeschlagenen Bank am Freitag zudem auf Ramschniveau herabgestuft.

Laut Analyst Daragh Quinn von Nomura stimmten die Ereignisse bei Bankia bedenklich, dass die bevorstehende Überprüfung des spanischen Bankensystems einen signifikanten Kapitalbedarf offenlegen wird. Titel der spanischen Großbanken Banco Santander sowie BBVA litten mit Einbußen von 1,19 und 0,93 Prozent unter dem Rettungsplan. Auch italienische Bankenpapiere waren weniger gefragt: Intesa Sanpaolo büßten im Mailand 0,87 Prozent ein, während die Titel der Unicredit nur knapp mit 0,08 Prozent im Plus lagen.

Besonders deutlich waren die Kursgewinne bei griechischen Banken: Die Aktien der National Bank of Greece schnellten in Athen um fast fünf Prozent auf 1,27 Euro hoch. Begründet wurde dies mit den jüngsten Wahlumfragen, wonach die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) deutliche Stimmengewinne verbuchen konnte. Zudem wollen in allen Umfragen mehr als 80 Prozent der Befragten, dass Griechenland im Euroland bleibt.