Frankfurt (dpa) - Die deutschen Aktien haben am Pfingstmontag dank neuer Wahlumfragen aus Griechenland fester tendiert. Der Dax stieg bis zum Mittag um 0,87 Prozent auf 6.395,22 Punkte, nachdem er zuvor bis auf 6.423 Zähler gestiegen war.

Die Gewinne des Leitindex wurden von unerwartet schwachen italienischen Konjunkturdaten eingedämmt. So ist die Verbraucherstimmung in Italien auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gesunken. Dagegen fiel die jüngste italienische Anleihenauktion wie erwartet aus und lieferte dem Markt kaum Impulse. Der MDax kletterte um 1,25 Prozent auf 10.324,14 Punkte und der TecDax gewann 0,93 Prozent auf 759,47 Punkte.

In Griechenland sehen vier repräsentative Umfragen drei Wochen vor der entscheidenden Parlamentswahl am 17. Juni die konservative Nea Dimokratia (ND) als stärkste Kraft. In allen Umfragen wollen mehr als 80 Prozent der Befragten, dass Griechenland im Euroland bleibt. Offensichtlich setze sich die Ansicht unter den griechischen Wählern durch, dass eine Ablehnung der nötigen Reformen und damit ein Ausstieg aus dem Euro für die Wirtschaft und damit für die Bevölkerung langfristig viel schlimmer wären, als die von der EU geforderten Sparmaßnahmen, kommentierte Händler Markus Huber von ETX Capital.

Die Metro-Aktie lag 0,11 Prozent im Minus und gehörte damit zu den schwächsten Werten im Dax. Händler verwiesen auf einen Pressebericht, wonach der Aktie im September das Ausscheiden aus dem Leitindex drohe. Nach einer aktuellen Aufstellung der Deutschen Börse liege der Düsseldorfer Konzern bei der Marktkapitalisierung nur auf Rang 36, berichtete die "Wirtschaftswoche". Ein Metro-Sprecher sagte dazu: "Wir gehen davon aus, dass die Metro im Dax bleiben wird." Ein Rauswurf aus dem Dax würde die Aktie zusätzlich belasten, nachdem das Papier seit Anfang 2011 bereits rund 50 Prozent an Wert verloren hat.

Bester Wert im Dax waren die Titel von MAN mit einem Plus von 3,10 Prozent. Am unteren Ende des Leitindex rangierten RWE, die um 1,12 Prozent fielen. Im Minus zeigten sich auch Allianz und Munich Re. Zuvor hatte die HSBC ihre Kursziele für die beiden Papiere reduziert.

Im Fokus standen die Aktien der Deutsche Wohnen AG und gaben als viertschwächster MDax-Titel um 0,75 Prozent nach. Der Immobilienkonzern hatte angekündigt, die BauBeCon Gruppe von der britischen Barclays Bank übernehmen zu wollen. Die Deutsche Wohnen AG würde damit ihren Wohnungsbestand von derzeit rund 50.000 auf insgesamt rund 73.500 ausbauen und die Transaktion über Eigen- und Fremdkapital finanzieren. Die BauBeCon Gruppe wird mit 1,235 Milliarden Euro bewertet. Der Zukauf mache Sinn, allerdings sei Preis recht hoch, sagte ein ein Händler. Am Dienstag will das Unternehmen über die Finanzierung informieren.

Im TecDax verzeichneten Solarworld mit einem Plus von 7,66 Prozent den größten Gewinn. Auslöser für die Rally war eine Meldung, wonach das sommerliche Pfingstwetter Deutschland eine neue Spitzenleistung bei der Produktion von Solarstrom beschert hat. "Wir gehen von 22.000 Megawatt aus. Das entspricht der Leistung von mehr als 20 Atomkraftwerken", sagte IWR-Direktor Norbert Allnoch der Nachrichtenagentur dpa. Auch SMA Solar verbuchten einen überdurchschnittlichen Kursanstieg von 1,18 Prozent.