Kathmandu (dpa) - Nach dem Ablauf der Frist für eine neue nepalesische Verfassung in der Nacht zu Montag hat die Regierung in Kathmandu Neuwahlen angekündigt.

«Wir werden am 22. November einen Versuch unternehmen, eine neue verfassungsgebende Versammlung zu wählen», sagte der maoistische Premierminister Baburam Bhattarai in einer Ansprache an die Nation. Diese solle dann eine Verfassung erarbeiten, «die die Erwartungen aller Menschen anspricht».

Ein zentraler Streitpunkt zwischen den Parteien war die geplante föderalistische Ausrichtung der Verfassung. Unterschiedliche Meinungen gab es bei der Grenzziehung und der Benennung neuer Bundesstaaten. Die Frist der im April 2008 gewählten verfassungsgebenden Versammlung, die als Parlament fungiert, war um Mitternacht in der Nacht zu Montag abgelaufen.

Zuvor war die Frist der Versammlung bereits viermal verlängert worden. Die Abgeordneten hatten ursprünglich schon im Jahr 2010 eine neue Verfassung vorlegen sollen. Die Versammlung war zwei Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges gewählt worden. Die Maoisten hatten nach zehnjährigem Kampf gegen die Monarchie die Waffen niedergelegt und einem politischen Prozess zugestimmt.

Bei der Wahl 2008 hatten die Ex-Rebellen zwar die absolute Mehrheit verfehlt, wurden aber mit Abstand stärkste Kraft. Die Maoisten setzten bald darauf die Abschaffung der 240 Jahre alten Monarchie in dem Himalaya-Staat durch.