Frankfurt (dpa) - Nach dem Kursrutsch vom Vortag hat sich der deutsche Aktienmarkt nicht dauerhaft erholen können. Der Dax gab nach enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten seine zwischenzeitlichen Gewinne ab und notierte am Nachmittag prozentual unverändert bei 6.280,49 Punkten.

Am Mittwoch war der Leitindex angesichts einer ganzen Reihe von Hiobsbotschaften vor allem aus der Eurozone um knapp zwei Prozent abgerutscht. Der MDax gab am Donnerstag um 0,04 Prozent auf 10.204,92 Punkte nach, während der TecDax 0,18 Prozent auf 752,43 Punkte gewann.

Fondsmanager Thilo Müller von MB Fund Advisory sieht die günstigen Notierungen als Kursstütze. "Die Krisenindikatoren bleiben der Euro-Dollar-Kurs, der Bund-Future und die Renditeentwicklung der spanischen Staatsanleihen", sagte der Experte. Diese Faktoren dürften die Marktentwicklung auch weiter bestimmen. Nach dem tiefsten Stand seit Juli 2010 am Vortag zeugt der leicht stabilisierte Eurokurs von etwas Entspannung.

Laut Händler Markus Huber von ETX Capital richtet sich der Blick der Anleger bei den Konjunkturdaten aus Europa und den USA vor allem auf den Arbeitsmarkt. Die aktuellen Daten enttäuschten: In Deutschland blieb die Arbeitslosigkeit im Mai saisonbereinigt unverändert, wogegen Volkswirte einen Rückgang erwartet hatten.

In den USA stieg im Mai die Beschäftigung im Privatsektor weniger als erwartet, während die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend zunahmen. Dies könnte Huber zufolge "Ängste schüren, dass die europäische Schuldenkrise die dortige Wirtschaft doch stärker als erwartet beeinträchtigt." Die Daten gelten als wichtiger Indikator für den am morgigen Freitag anstehenden monatlichen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung. Zudem wurde am Mittwoch bekannt, dass sich die US-Konjunktur im Startquartal 2012 stärker abgeschwächt hat als zunächst berechnet.

Die Aktien von Deutsche Post und Fraport gehörten zu den schwächsten Werten am deutschen Aktienmarkt. Während die Post-Titel 1,37 Prozent auf 13,285 Euro einbüßten, gaben die Fraport-Aktien 2,84 Prozent auf 40,700 Euro ab.

Wegen der zunehmenden Rezessionsängste in Europa seien die Aktien von Logistik- und Transportunternehmen nicht gerade die Favoriten der Anleger, hieß es am Markt. Bei der Post komme die Charttechnik hinzu, nachdem das Papier an den vergangenen beiden Tagen gegen den Trend kräftig zugelegt habe, und bei Fraport belasteten auch revidierte Daten, die ein rückläufiges Luftfrachtgeschäft am Frankfurter Flughafen belegten.