Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag seine Vortagesverluste ausgeweitet. Bis zum Nachmittag hatte sich der Dax noch moderat im Plus gehalten, ehe er nach enttäuschenden US-Konjunkturdaten ins Minus drehte und bis auf fast 6200 Punkte absackte.

Zum Börsenschluss verbuchte der Leitindex einen Abschlag von 0,26 Prozent auf 6264,38 Punkte. Im Monat Mai verlor der Dax damit 7,35 Prozent. Der MDax sank am Donnerstag um 0,59 Prozent auf 10 147,82 Punkte. Der TecDax notierte bei minus 0,01 Prozent auf 751,01 Punkte nahezu unverändert.

«Nach wie vor prägen Vorsicht und Zurückhaltung das Anlegerverhalten», kommentierte Analyst Gregor Kuhn von IG Marktes die Lage. Vor allem mit Blick auf die Probleme in Spanien lehnten sich Anleger vorerst nicht zu weit aus dem Fenster und hielten sich mit Neupositionierungen zurück.

In den USA stieg derweil die Beschäftigung des Privatsektors im Mai nach Zahlen des Arbeitsmarkt-Dienstleisters ADP nicht so stark wie erwartet. Marktexperten fürchten nun, dass die offiziellen Arbeitsmarktdaten vom US-Arbeitsministerium ebenfalls enttäuschen könnten. Sie werden an diesem Freitag veröffentlicht. Die ADP-Daten gelten als Indikator hierfür. Für Ernüchterung sorgte auch der jüngste US-Einkaufsmanager-Index für die Region Chicago. Er fiel im Mai auf den tiefsten Wert seit September 2009.

Die Aktien von ThyssenKrupp setzten ihren Sinkflug vom Vortag unbeirrt fort und verbuchten als Dax-Schlusslicht ein Minus von 3,85 Prozent. Die Papiere von HeidelbergCement verloren nach einer Abstufung durch Morgan Stanley knapp 2 Prozent. Die Aktien des Handelskonzerns Metro waren mit plus 1,55 Prozent dagegen abermals der beste Dax-Wert. Händler begründeten den Anstieg nach der zuletzt enttäuschenden Kursentwicklung mit positiven Analystenkommentaren. Die SAP-Aktien profitierten mit plus 1,02 Prozent von einer Kaufempfehlung der UBS.

Im TecDax ging es für die Nordex-Titel um 6,53 Prozent nach oben. Börsianer verwiesen auf eine weitere Verschärfung des Handelskriegs zwischen den USA und China um alternative Energien. Das US-Handelsministerium kündigte am Vorabend Strafzölle auf chinesische Windkraftanlagen an. Dies nütze Nordex wegen seiner Aktivitäten in den USA, meinten Händler.

Der EuroStoxx 50 schloss 0,08 Prozent tiefer bei 2114,53 Punkten. Die Leitindizes in London und Paris beendeten den Handel leicht im Plus. In den USA stand der Dow Jones Industrial zum Zeitpunkt des europäischen Börsenschlusses dagegen im Minus.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,04 Prozent am Vortag auf 1,02 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 134,80 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,36 Prozent auf 146,00 Punkte. Der Kurs des Euro gab zuletzt etwas nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2403 (Mittwoch: 1,2438) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8063 (0,8040) Euro.