Rom (dpa) - Supersprinter Usain Bolt hat mit einer eindrucksvollen Weltjahresbestzeit in Rom alle Zweifel an seiner Vorherrschaft über 100 Meter beseitigt.

Der Weltrekordhalter aus Jamaika siegte beim Diamond-League-Meeting der Leichtathleten in 9,76 Sekunden vor Asafa Powell aus Jamaika (9,91) sowie Europameister Christophe Lemaitre aus Frankreich (10,04). Bolts bisherige Bestzeit in dieser Olympia-Saison hatte bei 9,82 Sekunden gelegen. Der 25-Jährige gewann vor sechs Tagen zwar auch in Ostrau, gab dort aber mit einer schwachen Zeit von 10,04 Sekunden Rätsel auf.

Vor 45 000 Zuschauern erfüllte Malte Mohr als dritter deutscher Stabhochspringer die Olympia-Norm. Sein dritter Platz mit 5,72 Metern hinter den Franzosen Renaud Lavillenie (5,82) und Romain Mesnil (5,72) war zugleich das beste deutsche Ergebnis im Stadio Olimpico.

Die erst 21 Jahre alte Corinna Harrer steigerte ihre persönliche Bestzeit über 1500 Meter noch einmal auf 4:04,30 Minuten. Die Qualifikation für die Sommerspiele in zwei Monaten in London hat die Regensburgerin bereits seit dem vergangenen Wochenende in der Tasche. In Rom lief Harrer in einem schnellen Rennen auf Platz fünf. Die Äthiopierin Abeba Aregawi stellte bei ihrem Sieg eine von gleich sieben Weltjahresbestleistungen an diesem Abend auf (3:56,54).

Abgesehen von Mohr und Harrer verlief das dritte Diamond-League-Meeting dieser Olympia-Saison aus deutscher Sicht aber eher enttäuschend. Diskus-Weltmeister Robert Harting sagte seine Teilnahme kurzfristig wegen einer Bauchmuskelzerrung ab. Und Speerwerferin Christina Obergföll, die im vergangenen Jahr noch die Disziplinwertung dieser lukrativen Serie gewonnen hatte, musste sich mit nur 62,20 Metern und dem vierten Platz zufriedengeben. «Ich habe keine Power auf den Speer gekriegt. Ich kann technisch nicht abrufen, was ich körperlich schon kann», sagte die EM-Zweite aus Offenburg.

Weltrekordlerin Barbora Spotakova aus Tschechien siegte mit der Jahresweltbestweite von 68,65 Metern vor der Südafrikanerin Sunette Viljoen (67,95). Weltmeisterin Maria Abakumowa aus Russland, die in Doha noch klar gewonnen hatte, wurde mit 62,00 Metern nur Fünfte.

Kugelstoßerin Nadine Kleinert ist bei ihrer Abschiedstour ebenfalls noch auf Formsuche. Mit 18,51 Metern kam die 36-Jährige über Rang sieben vor ihrer Teamkollegin Josephine Terlecki (17,79) nicht hinaus. Olympiasiegerin Valerie Adams aus Neuseeland wuchtete die vier Kilo schwere Kugel 21,03 Meter weit. Das brachte ihr den Sieg und ebenfalls die Führung in der Weltjahresbestenliste ein.

Für die zweite herausragende Leistung neben Bolt sorgte der Kenianer Paul Koech, der den Weltrekord über 3000 Meter Hindernis nur um 68 Hundertstelsekunden verfehlte. Nach einem energischen Schlussspurt triumphierte der 30-Jährige in der Weltjahresbestzeit von 7:54,31 Minuten. Der Rekord von Saif Saaeed Shaheen aus Katar steht seit acht Jahren bei 7:53,63. Koechs Landsmann Abel Mutai hatte als Zweiter (8:01,67) schon über acht Sekunden Rückstand.

Homepage Golden Gala Rom