Damaskus/Istanbul (dpa) - Die syrischen Regimegegner haben sich nach dem jüngsten Massaker in der Provinz Hama für ein militärisches Eingreifen der Vereinten Nationen ausgesprochen.

Zuvor waren nach Angaben von Aktivisten in einer kleinen Siedlung im Umland von Hama 80 Menschen auf zum Teil bestialische Art und Weise getötet worden. In einer Erklärung der Allgemeinen Kommission der Syrischen Revolution vom Donnerstag hieß es, ohne Zwangsmaßnahmen zum Schutz von Zivilisten nach Kapitel 7 der UN-Charta könne das Blutvergießen nicht beendet werden. In der UN-Vollversammlung und im Sicherheitsrat sollte wenige Stunden später über die Lage in Syrien beraten werden.

Nach Angaben von Regimegegnern wurden in einer kleinen Siedlung nahe der Ortschaft Marsaf im Umland von Hama am Mittwoch 80 Menschen auf zum Teil bestialische Art und Weise getötet. Die Armee habe die nur aus 25 Häusern bestehende Siedlung Al-Kobeir erst mit Panzern umstellt und eine Stunde lang beschossen. Anschließend habe man Milizionäre in die Siedlung geschickt, um die Überlebenden mit Messern zu massakrieren. Bei dem Überfall seien 38 Männer, 22 Kinder und 20 Frauen ums Leben gekommen. 30 der Männerleichen seien von den Milizionären abtransportiert worden.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana dementierte die Berichte aus Al-Kobeir. Sie erklärte, «bewaffnete Terrorgruppen» hätten die Siedlung überfallen und dort neun Zivilisten getötet. Eine unabhängige Überprüfung der Berichte ist wegen der Medienblockade der Regierung nicht möglich.

Erklärung des SNC, englisch