Oslo (dpa) - Als Diskuswerferin Nadine Müller und Kugelstoßer David Storl auf der Tribüne schon über ihren Wettkampf plauderten, da startete Usain Bolt im Bislett-Stadion gerade seine Ein-Mann-Show.

«Ich bin glücklich, in Oslo zu sein. Alles wunderbar hier, die Sonne scheint auch - wie bei uns zu Hause in Jamaika», meinte der 100-Meter-Weltrekordler am Donnerstagabend. Schon zwei Stunden vor seinem Start beim Diamond-League-Meeting jubelten die 15 000 Zuschauer dem Superstar in der ausverkauften Arena zu.

Diskuswerferin Nadine war zum Auftakt des Leichtathletik-Klassikers am Oslo-Fjord Zweite geworden. Die WM-Zweite aus Halle/Saale schleuderte die Ein-Kilo-Scheibe 63,60 Meter weit und musste sich damit nur der Europameisterin Sandra Perkovic aus Kroatien (64,89 Meter) geschlagen geben. Dritte im Bislett-Stadion wurde mit 63,57 Metern die Kubanerin Yarelis Barrios, die bei der WM 2011 in Daegu Bronze geholt hatte.

«Das war in Ordnung, schließlich habe ich aus dem vollen Training heraus geworden. Dass da keine Bombenweite zu erwarten war, war klar. Ich bin aber im grünen Bereich», sagte die 26-Jährige. Keine der acht Werferinnen kam annähernd an Müllers Jahresweltbestleistung von 68,89 Meter heran.

Auch Kugelstoß-Weltmeister Storl konnte sich mit seinem dritten Platz und der Weite von 20,69 Meter anfreunden. «Technisch muss ich das noch besser auf die Reihe kriegen, aber ich kann ja nicht von Mai bis September in jedem Wettkampf über 21 Meter stoßen», sagte der 21-Jährige aus Chemnitz der Nachrichtenagentur dpa.

Olympiasieger Tomasz Majewski (Polen) gewann die Konkurrenz mit 21,36 Metern vor dem WM-Zweiten Dylan Armstrong (Kanada), der die Kugel 20,82 Meter weit stieß. Die starken Amerikaner um Ex-Weltmeister Reese Hoffa, der mit 21,81 Metern bester Kugelstoßer im Olympia-Jahr ist, waren in Oslo allerdings nicht am Start.

Im Dreisprung kassierte Weltmeister Christian Taylor eine überraschende Niederlage: Der Amerikaner kam mit 17,06 Metern nicht über Platz zwei hinaus; seine Jahresweltbestleistung verfehlte er immerhin um 56 Zentimeter. Sieger wurde der Russe Lyukman Adams, der in der Abendsonne drei Zentimeter weiter als der Weltmeister sprang.

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