Frankfurt (dpa) - Die angekündigte Hilfe für die angeschlagenen spanischen Banken hat dem deutschen Aktienmarkt am Montag deutlich Auftrieb gegeben.

Bis zum Mittag stieg der Dax 2,04 Prozent auf 6.256,18 Punkte. Der MDax kletterte um 1,61 Prozent auf 10.285,81 Zähler und der TecDax gewann 1,26 Prozent auf 754,68 Punkte.

Es werde von vielen Marktakteuren positiv gesehen, dass sich die Politiker schneller als gedacht auf eine zumindest vorübergehende Rettung des spanischen Bankensektors geeinigt hätten, sagte Händler Markus Huber von ETX Capital.

Händlerin Anita Paluch vom Brokerhaus Gekko Global Markets sprach von einer Rückkehr des Risikoappetits der Anleger. Zudem sei laut Marktanalystin Dafni Serdari von Intertrader die Hoffnung geweckt worden, dass doch noch eine Art Fiskalunion in der Eurozone geschaffen werden könne. Ihrer Meinung nach "scheine Deutschland langsam zu realisieren, dass der Preis für ein Aus des Euro viel höher sein könnte als für seine Rettung".

Einige Börsianer warnten jedoch zugleich vor zu viel Euphorie: Die Erfahrungen von Griechenland, Portugal und Irland hinterließen einen sauren Nachgeschmack. So sieht Marktstratege Lars Kremkow von Activtrades das spanische Feuer unter Kontrolle, den Brand in der EU aber noch lange nicht gelöscht.

Finanzwerte profitierten besonders deutlich von der geplanten Rettung spanischer Banken. Die Aktien der Deutschen Bank gewannen mehr als drei Prozent und Commerzbank stiegen um 2,67 Prozent. Aareal Bank kletterten um etwas mehr als zwei Prozent.

Die Volkswagen-Aktien stiegen mit einem Kursplus von zuletzt knapp vier Prozent an die Dax-Spitze. Sie reagierten damit auf ein mögliches Ende der monatelangen Hängepartie beim geplanten Zusammenschluss mit Porsche.

Porsche-Aktien gewannen 3,78 Prozent. Laut Medienberichten haben beide Unternehmen eine Möglichkeit gefunden, dass Porsche den verbliebenen Anteil an seinem Sportwagengeschäft an VW steuerfrei verkauft könne. Zudem schiele VW laut einer weiteren Medienmeldung auf den US-amerikanischen Lkw-Produzenten Navistar. Börsianer meinten, dass eine Übernahme durchaus sinnvoll sein wäre. Positiv dürfte auch die gestiegene Absatzprognose der VW-Tochter Audi gewirkt haben, meinten Händler.

Die Aktien des Medizinkonzerns Fresenius haben nach einer Erhöhung der Unternehmensprognosen den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Sie stiegen um 0,75 Prozent, nachdem sie am frühen Vormittag mit einem kleinen Abschlag noch zu den schwächsten Werten im Dax gehört hatten. Das Management will das Konzernergebnis im laufenden Jahr um 14 bis 16 Prozent steigern. Bisher wurden 12 bis 15 Prozent angestrebt.

Schwächster Titel im Dax waren ThyssenKrupp mit minus 0,04 Prozent. Zu den wenigen Verlierern unter den HDax-Werten zählten vor allem Immobilientitel. Deutsche Wohnen verloren zwei Prozent, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, die geplante Übernahme von BauBeCon mit einer Kapitalerhöhung zahlen zu wollen. Im Sog von Deutsche Wohnen sanken Gagfah um fast ein Prozent und GSW Immobilien um 0,04 Prozent.