Frankfurt (dpa) - Die Finanzmärkte haben zu Wochenbeginn positiv auf das Hilfsangebot an das Euro-Sorgenkind Spanien reagiert. Der Euro gewann zu vielen Währungen deutlich an Wert, die Aktienmärkte lagen deutlich im Plus.

In Spanien und Italien gingen die Risikoaufschläge für Staatsanleihen spürbar zurück, während sichere Anlagen wie deutsche Staatspapiere unter Druck gerieten. Rohöl, das als eher riskante Anlageklasse gilt, konnte profitieren, während der Goldpreis zuletzt unter Druck geriet.

Der Euro kostete am Montagmittag knapp 1,26 US-Dollar und damit rund einen Cent mehr als am Freitagabend. Die Aktienmärkte Asiens und Europas lagen klar im grünen Bereich. Der Dax stand zuletzt bei 6.257 Punkten und damit um mehr als zwei Prozent im Plus. Noch deutlichere Kursgewinne gab es beim Euro Stoxx 50, der etwa zweieinhalb Prozent zulegte.

Die Renditen spanischer und auch italienischer Staatsanleihen - ein Gradmesser für das Misstrauen der Investoren gegen die Länder - gaben unterdessen deutlich nach. Besonders stark profitierten kurz laufende Staatsanleihen Spaniens. Papiere mit einer Restlaufzeit von zwei Jahren rentierten im Tief mit 3,9 Prozent und damit erstmals seit über zwei Wochen mit weniger als vier Prozent.

Im Vergleich zum Freitag ergab sich ein Renditerutsch von zeitweise 30 Basispunkten. Im richtungsweisenden Zehnjahresbereich rentierten spanische Titel zuletzt mit 6,15 Prozent. Das war zwar etwas weniger als am Freitag, die Entlastung fiel hier aber deutlich schwächer aus als in den kürzeren Laufzeiten.

Am deutschen Anleihemarkt zeigte sich ein entgegengesetztes Bild. Hier legten die Renditen zu, die Anleihekurse gerieten entsprechend unter Druck. Der Effektivzins für zehnjährige Staatsanleihen stieg zunächst auf bis zu 1,42 Prozent und lag zuletzt bei 1,37 Prozent. Das Renditeniveau in Deutschland bleibt dennoch so niedrig wie selten zuvor. So liegt die Rendite zweijähriger Staatstitel immer noch knapp über null Prozent. Ausschlaggebend hierfür ist die große Verunsicherung der Anleger, was zu einer Flucht in sichere Anlagen führt. Deutschland gilt als einer der letzten verlässlichen Schuldner im Währungsraum.

Am Ölmarkt legten die Notierungen im frühen Handel zunächst spürbar zu. Bis zum Mittag gaben die Ölpreise aber rund die Hälfte ihrer Gewinne wieder ab. Zuletzt kostete ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Juli-Auslieferung 100,42 US-Dollar. Das waren 95 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 94 Cent auf 85,04 Dollar. Der Goldpreis legte zunächst zu, gab bis zum Mittag aber wieder nach. Händler erklärten die zwischenzeitlichen Gewinne vor allem mit dem schwächeren Dollar, der sich zuletzt aber etwas festigte.

Die Euro-Finanzminister hatten Spanien am Wochenende bis zu 100 Milliarden Euro für den angeschlagenen spanischen Bankensektor in Aussicht gestellt. Anders als bei Griechenland, Irland und Portugal sollen die Finanzhilfen nicht an staatliche Spar- und Reformauflagen geknüpft sein. Lediglich Auflagen für die Reform der Geldhäuser sind im Gespräch. Die spanischen Banken stehen wegen zahlreicher fauler Hypothekenkredite unter Druck.