Danzig (dpa) - Joachim Löw will eine Nervenschlacht im dritten Vorrundenspiel unbedingt vermeiden und schon gegen den Erzrivalen Niederlande den Einzug ins EM-Viertelfinale perfekt machen.

«Jeder weiß, Holland steht unter Druck», erklärte der Fußball-Bundestrainer in Danzig. Das aber werde seinen Matchplan nicht beeinflussen. «Wir haben es schon erlebt, dass wir das erste Turnierspiel gewonnen haben und uns im zweiten das Leben wieder schwer gemacht haben», erinnerte Löw an die 1:2-Niederlage bei der EURO 2008 gegen Kroatien und das 0:1 bei der WM 2010 gegen Serbien.

«Im dritten Spiel standen wir dann wieder unter einer großen Drucksituation. Wir werden versuchen, das zu vermeiden und alles klar zu machen», erklärte der Chefcoach. Wahrscheinlich wird Löw am Mittwoch im ukrainischen Charkow gegen Holland dieselbe Elf aufbieten wie beim 1:0 gegen Portugal. Auch Siegtorschütze Mario Gomez rechnet fest mit seinem Einsatz von Beginn an.

Die heftige Kritik des ehemaligen Münchner Nationalspielers und jetzigen Trainers der zweiten Bayern-Mannschaft, Mehmet Scholl, an Gomez' Leistung gegen die Portugiesen konterte der Halb-Spanier mit dem Hinweis auf seine Torquote. «Ich war in den letzten fünf, sechs Jahren der beste Stürmer in Deutschland und habe in der Champions League in den letzten zwei Jahren nach Messi die meisten Tore gemacht. Ich möchte wissen, warum ich mich ändern soll?», erklärte Gomez. Lionel Messi vom FC Barcelona hatte in der Königsklasse in den vergangenen zwei Spielzeiten 26 Mal getroffen, Gomez 20 Mal.