Basel (dpa) - Wenige Tage vor dem Ende eines einjährigen Hausarrests hat der chinesische Künstler und Politaktivist Ai Weiwei erneut Vorwürfe gegen die Regierung seines Landes erhoben. In China seien immer noch «jeden Tag Verletzungen der Menschenrechte zu beobachten», erklärte er Sonntagabend in einer Videobotschaft.

Chinas Herrschende versuchten, «die sogenannte Stabilität aufrecht zu erhalten, um ihre eigenen Interessen zu schützen», sagte der 55-jährige. Die Video-Botschaft des international bekanntesten Gegenwartskünstlers Chinas wurde nach einer Sondervorführung des Dokumentarfilms «Ai Weiwei - Never Sorry» durch die Initiative «Cinema for Peace» gezeigt.

In einer Erwiderung versicherte US-Schauspielerin Susan Sarandon: «Wir sind solidarisch mit Dir und wir hoffen, Dich bald in Freiheit zu sehen.» Ai Weiwei war im April 2011 festgenommen und nach 81 Tagen Haft für ein Jahr unter Hausarrest gestellt worden. Dieser endet offiziell am 22. Juni. Ob er danach tatsächlich für eine Gastprofessur an der Berliner Universität der Künste ausreisen darf, gilt bislang als unklar.

Der Dokumentarfilm der amerikanischen Journalistin Alison Klayman, die Ai Weiwei drei Jahre lang mit der Kamera begleitete, kommt am 14. Juni auch in deutsche Kinos. In der Schweiz wurde er jetzt am Vorabend der Art Basel gezeigt, der weltgrößten Verkaufsmesse für Gegenwartskunst. Dabei werden vom 12. bis 17. Juni auch Werke von Ai Weiwei angeboten.

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